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Prävention sexualisierter Gewalt

Der Landkreis Augsburg hat in der Jugendarbeit gemäß § 1 SGB VIII den Auftrag, junge Menschen in ihrer Entwicklung zu fördern und sie vor Gefahren für ihr Wohl zu schützen. Prävention sexualisierter Gewalt ist dabei ein zentraler Bestandteil dieses Schutzauftrags. Durch präventive Maßnahmen soll sichergestellt werden, dass Kinder und Jugendliche in ihren Lebenswelten gestärkt, sensibilisiert und bestmöglich vor sexualisierten Übergriffen geschützt werden.


Angebote:

Die Kommunale Jugendarbeit des Landkreises Augsburg unterstützt Vereine dabei, wirksame Schutzkonzepte zur Prävention sexualisierter Gewalt zu entwickeln und umzusetzen. Ziel ist es, sichere Strukturen zu schaffen, Verantwortlichkeiten klar zu regeln und Kinder wie Jugendliche nachhaltig zu schützen. Vereine erhalten fachliche Beratung, praxisorientierte Materialien und Begleitung im gesamten Prozess – von der Sensibilisierung bis zur konkreten Ausarbeitung einzelner Bausteine (siehe Leitfaden Schutzkonzepte für Vereine).

In Kooperation mit dem Kinderschutzbund Augsburg und dem Theater EUKITEA in Diedorf bietet die Kommunale Jugendarbeit des Landkreises Augsburg ein umfassendes Theaterprojekt zur Prävention sexualisierter Gewalt an. Mit zwei altersgerechten Theaterstücken – „Mein Körper ist mein Freund“ für Kinder der Primarstufe sowie „Grenzgefühle“ für Jugendliche der Sekundarstufe – werden wichtige Themen wie Körperwahrnehmung, persönliche Grenzen, Vertrauen und der Umgang mit unangenehmen oder übergriffigen Situationen sensibel und wirkungsvoll aufgegriffen.

Das Projekt wird durch pädagogische Workshops für Lehrkräfte vorbereitet, die vom Kinderschutzbund Augsburg durchgeführt werden. Zudem findet im Vorfeld ein Elternabend zur Sensibilisierung statt, der Einblicke in die Stücke und Grundlagen der Prävention vermittelt. Die Aufführungen finden direkt an den Schulen statt und werden von Nachbereitungsphasen begleitet, sodass Kinder und Jugendliche die Inhalte gut verarbeiten können.



FAQ: Häufige Fragen zu Schutzkonzepten

Ein Schutzkonzept ist ein Bündel an Maßnahmen, das Kinder und Jugendliche vor (sexualisierter) Gewalt schützen kann. Es beschreibt verbindliche Strukturen, Maßnahmen und Zuständigkeiten, die helfen, Risiken zu erkennen, Übergriffe zu verhindern und im Ernstfall professionell zu handeln. Diese praktischen Handlungsabläufe werden schriftlich festgehalten.

Schutzkonzepte sind immer individuell. Es gibt kein einheitliches Muster, das für alle Vereine, Verbände oder Organisationen gleichermaßen passt. Jedes Schutzkonzept muss zur jeweiligen Struktur, Zielgruppe und Arbeitsweise passen und gemeinsam vor Ort entwickelt werden.

Die folgende Übersicht zeigt mögliche zentrale Bestandteile, die sich in der Praxis bewährt haben und als Orientierung für die Erstellung eines eigenen Schutzkonzepts dienen können.
 

1. Haltung und Leitbild
Die gemeinsame Grundhaltung der Organisation, die eine klare Position gegen sexualisierte Gewalt formuliert.

2. Strukturen und Zuständigkeiten
Verbindliche Rollen, Verantwortlichkeiten und interne Abläufe, damit Prävention und Intervention klar geregelt sind.

3. Risikoanalyse und Schutzfaktoren
Eine systematische Betrachtung, wo im Alltag Risiken bestehen und welche Schutzfaktoren gestärkt werden können.

4. Verhaltensregeln
Regeln für angemessenen Umgang, Nähe und Distanz – sowohl im analogen als auch digitalen Raum.

5. Beschwerde- und Interventionswege
Klare Meldewege, Verfahrensabläufe und Unterstützungsangebote für den Verdachts- oder Notfall.

6. Qualifizierung, Sensibilisierung und Selbstverpflichtung
Fortbildungen für Haupt- und Ehrenamtliche, Selbstverpflichtungserklärungen und regelmäßige Sensibilisierung.

7. Beteiligung und Kommunikation
Mitbestimmungs- und Beteiligungsmöglichkeiten sowie transparente Kommunikation mit Kindern, Jugendlichen und Eltern.

Ein Schutzkonzept ist wichtig, weil es…

  • Kinder und Jugendliche schützt, indem es klare Regeln und Verantwortlichkeiten schafft.
  • Fachkräfte und Ehrenamtliche stärkt, da sie Orientierung und Sicherheit für den Alltag bekommen.
  • Strukturen transparent macht, sodass Grenzverletzungen schneller erkannt werden.
  • Organisationen rechtlich absichert, da sie ihrer Schutzverantwortung aktiv nachkommen.
  • Vertrauen schafft, sowohl bei Eltern als auch bei allen Beteiligten.

Kurz: Ein Schutzkonzept ist ein Qualitätsmerkmal und Ausdruck einer verantwortungsvollen Haltung.

Hannah Rindle
Telefon:
0821 3102 2767
Fax:
E-Mail: