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Gymnasium Diedorf

Neubau eines 4-zügigen Gymnasiums mit Dreifachsporthalle und Außenanlagen

 

Bauherr:
Landkreis Augsburg
Projektleitung/-steuerung:
Hochbauverwaltung LRA Augsburg
Architekt:
ARGE Kaufmann Nagler Architekten
HLS-Projektierung:
Wimmer Ingenieure
Elektro-Projektierung:
Ingenieurbüro Herbert Mayr
Tragwerksplanung:
Merz Kley Partner ZT GmbH
Landschaftsplanung:
Ver.de Landschaftsarchitekten GbR
Bauphysik:
Ip5 Ingenieurpartnerschaft

Bauzeit:2013 bis 2015
Standort:86420 Diedorf, Schmetterlingsplatz 1
Energetischer Standart: Passivhausstandard/Plusenergiestandard, PV-Anlage auf allen Dachflächen, Pelettheizung
Förderung:Freistaat Bayern nach Art. 10 FAG, DBU (Deutsche Bundesstiftung Umwelt)
Kosten (KGR 200-700):rund 42 Mio €
Kennwerte:BRI 81.390 m³, BGF 16.045 m², HNF 7.816 m²
Besonderheiten:Zum Zeitpunkt der Errichtung erstes und einzige deutsche Gymnasium im Plusenergie-standard und in Holzbauweise, das größte Gymnasium in Holzbau und zudem der größte Schulholzbau in Europa, DBU Forschungsprojekt

In Zusammenarbeit mit der DBU (Deutsche Bundesstiftung Umwelt) entstand ein Planungsteam von Architekten, Fachplanern und der Schulfamilie um den Grundgedanken einer interaktiven, integralen Planung mit offenen Lernlandschaften umzusetzen. 

Die mit der Planung beauftragten Architekten Kaufmann/Nagler stellten 2012 einen 
Entwurf von 6 ein- bis zweigeschossigen Baukörpern vor, der mit dem Konzept der Machbarkeitsstudie aus 2011 mit nur 2 Baukörpern kaum zu vergleichen war.
Die Überarbeitung des Erstentwurfs ergab dann die kompaktere Grundform des Schmuttertal Gymnasiums mit je zwei zweigeschossigen (Aula und Sporthalle) und 
dreigeschossigen (Klassenhäuser) Baukörpern. Der leicht abfallenden Topographie folgend sind sie in Süd-Nordrichtung landschaftsverträglich ins Schmuttertal eingebettet und bilden einen zentralen Innen- und Pausenhof.

Um die Dächer für die geplante Photovoltaikanlage zu optimieren, wurden die nach Süden geneigten Dächer über den First hinaus „verlängert“. Damit konnte die Montage von zusätzlichen PV-Modulen erfolgen.

Dem Ductus der ortsüblichen Feldscheunen folgend wurden die Gebäude mit Satteldach und einer sägerauhen Holzverschalung der Außenwände geplant, die zudem mit einem vorgrauenden, mineralischen Anstrich der ortsansässigen Firma Keim versehen wurde.

Das Untergeschoss wurde in wasserdichter Betonbauweise errichtet, die darüber liegenden Geschosse in Holzskelettbauweise mit Holzbetonverbunddecken. Die mit Holzverschalung verkleideten Fassadenelemente wurden weitestgehend vorgefertigt.

Das Gebäude wurde im Passivhausstandard errichtet. Maßnahmen hierzu waren ein hervorragender Dämmstandard, effiziente Sonnenschutzanlagen, strömungsgünstige Lüftungsanlagen mit optimaler Wärmerückgewinnung, stromsparende Leuchtmittel der neuen Generation und eine Photovoltaikanlage auf allen Gebäuden.
Durch die installierte Photovoltaikanlage erzeugt das Gebäude insgesamt mehr Energie als es verbraucht – „Plusenergiegebäude“. 

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt konnte als Zuschussgeber zur Förderung als Modellbau- und Forschungsvorhaben zur Umsetzung einer Plusenergieschule in Holzbauweise mit Entwicklung neuer pädagogischer Lernlandschaften gewonnen werden.
Zudem erfolgte die Förderung nach Art. 10 FAG (Finanzausgleichsgesetz) durch den Freistaat Bayern.

Die zahlreichen Preise, die das Schmuttertal Gymnasium seit 2015 erhielt – wie den deutschen Nachhaltigkeitspreis 2016, bay. Energiepreis 2016, Teilnahme an der „Woche der Umwelt“ Berlin 2016, den deutschen Holzbaupreis 2017, den deutschen Architekturpreis 2017, Anerkennung Thomas Wechs Preis 2018 - bestätigen, dass die gesteckten Ziele erreicht werden konnten und der Landkreis Augsburg mit den Planern hier ein Leuchtturmprojekt realisiert hat.