Jugendfreizeitgelände Rücklenmühle
Sanierung und Erweiterung des Zeltplatzes
Bauherr:
Landkreis Augsburg
Projektleitung/-steuerung:
Hochbauverwaltung LRA Augsburg
Architekt:
Lattke Architekten
HLS-Projektierung:
MSNS Ingenieure
Elektro-Projektierung:
MSNS Ingenieure
Tragwerksplanung:
IngPunkt Ingenieurgesellschaft für das Bauwesen mbH
Landschaftsplanung:
MNE Landschaftsarchitekten
Bauphysik:
Planungsbüro Strobel VDI
| Bauzeit: | 2019 bis 2022 |
| Standort: | 86441 Zusmarshausen, Rücklenmühle 1 |
| Energetik: | Niedrigenergiestandard gem. Vorgaben EnEV/GE |
| Kosten (KGR 200-700): | rd. 5 Mio € |
| Kennwerte: | BRI 4.600 m³, BGF 1.400 m², HNF 1.100 m² |
| Besonderheiten: | Drei Gebäude, die unabhängig voneinander genutzt werden können |
Der Jugendzeltplatz Rücklenmühle liegt im Landkreis Augsburg südlich von Zusmarshausen im Landschaftsschutzgebiet „Augsburg Westliche Wälder“ an der Staatsstraße 2027 zwischen Zusmarshausen und Gabelbach. Er befindet sich seit Anfang 2020 vollständig im Eigentum des Landkreises Augsburg und dient seit 1985 Jugendgruppen des Landkreises und der Stadt Augsburg als Naherholungsstätte. Betreiber des Jugendzeltplatzes ist der Kreisjugendring Augsburg - Land.
Das großzügige Grundstück mit teilweise dichtem Baumbestand wird auf der West- und der Ostseite von den Wasserläufen Zusam und Fehlbach umschlossen. Im Norden begrenzt die Staatsstraße das Grundstück.
Das Bestandsgebäude wurde weitestgehend erhalten, umgebaut und saniert und beinhaltet zur Nutzung für die Zeltgruppe den Aufenthaltsraum, die Küche mit Lager, jeweils eine Sanitärzelle (WCs bzw. auch Urinale, Waschbecken und Duschen) für Mädchen und Jungs und einen Erste-Hilfe-Raum. Das Notlager im Dachgeschoss steht auch weiterhin zur Verfügung.
Die drei Baukörper des Schulzentrums sind in Massivbauweise (Stahlbeton) konzipiert.
Im Bauteil A überspannt ein leichtes Tragwerk aus Brettschichtholzträgern stützenfrei die große Halle. Frei verteilte Oberlichter leiten reichlich Tageslicht in den Raum.
Die Fassade ist als hinterlüftete Konstruktion mit Mineralwolldämmung und einer Bekleidung aus Faserzementplatten ausgebildet. Die Fensterelemente sind in Pfosten-Riegel-Bauweise mit Zweifach-Verglasung errichtet, die durch farbige Paneele aufgelockert sind. Außenliegende Sonnenschutzanlagen an allen Fassaden schützen die Räume vor Überhitzung.
Der Neubau wurde im Energiestandard ENEV 2009 – 12,5% geplant. Nach Abschluss der Maßnahme und Überprüfung wurde sogar der Energiestandard ENEV 2013 – 34% erreicht.
Außenliegende und abhängig vom Sonnenstand automatisch gesteuerte Sonnenschutzanlagen an allen Fassaden schützen die Räume vor Überhitzung.
Alle Räume sind mit einer mechanischen Lüftung ausgestattet. Für jeden Schüler ist eine Frischluftrate von 30 m³/h vorgesehen. Dies entspricht im Regelklassenzimmer einem 4,7-fachen Luftwechsel in der Stunde.
Im Winter wird über die sehr effektive Wärmerückgewinnung möglichst viel Energie gespart.
Die LED Beleuchtung mit Präsenzmeldern und automatischer Abschaltung in allen Räumen und Fluren trägt ihren Teil zur Energieeinsparung bei.
Die Wärmeversorgung erfolgt über die bereits bestehende nahegelegene Energiezentrale, welche das gesamte Schulzentrum über das Nahwärmenetz versorgt. Neben einem Hackschnitzel- sind hier noch zwei Gasbrennwertkessel zur Spitzenlastabdeckung installiert.
Die Maßnahme wurde vom Freistaat Bayern nach Art. 10 FAG (Finanzausgleichsgesetz) gefördert.
Bruttorauminhalt: 70.602 m³
Bruttogeschossfläche: 15.562 m²
Hauptnutzfläche: 8.001 m²
Maßnahmengesamtkosten ca. 33,5 Mio €