Bobingen
Museen


Textil- und Hauswirtschaftsmuseum


Pergament-Ausstellung

„Das Pergament – worauf man zu schreiben pfleget“ ist das Motto dieser Ausstellung, denn es verweist durch diese Ausdrucksweise auf das Mittelalter und die damalige Bedeutung von echtem Haut-Pergament für die Blätter in Büchern (sogenannten Handschriften) und für Urkunden.

Ab 1389 wurde in Deutschland Papier hergestellt. Papier war wesentlich billiger und leichter in größeren Mengen herzustellen, so dass Pergament für Buchblätter nicht mehr notwendig war und an Bedeutung verlor. Jedoch ist Pergament nach wie vor ein exklusiver Werkstoff für edle Bucheinbände und kalligrafische Arbeiten. Beispiele dazu gibt es zahlreich auf Tischen und Vitrinen in der Ausstellung zu sehen.

Im Mittelalter wurde das Pergament vor allem in Klöstern hergestellt, wo auch der Bedarf am größten war. Rezepte und Methoden sind überliefert und wurden bis 2012 von der Familie Wildbrett, zuletzt in der vierten Generation, angewendet. Von ihr stammt das ausgestellte Inventar, dessen wichtigste Teile Rohware, Fellklammern, Spannrahmen und Schabeisen sind. Auf Fototafeln sind die Arbeitsschritte anschaulich dargestellt. Eine  Besonderheit bildet der etwa 300 Jahre alte Siegelstempel der Augsburger Pergamenter-Zunft.