Schwabmünchen – Aichach – Auschwitz. Das Schicksal der Franziska Lutzenberger und anderer Frauen in der Strafanstalt Aichach 1933 – 1945

Referent: Dr. Franz Josef Merkl

 

Das Landgericht Augsburg verurteilte die 1877 geborene „geschiedene Sägewerksbesitzersfrau“ Franziska Lutzenbeger 1930 zum Tode, weil sie ihren Stiefvater und ihre Mutter mit Arsen vergiftet hatte. Nach der Begnadigung durch das Bayerische Kabinett verbüßte die Schwabmünchnerin eine lebenslange Strafe im Zuchthaus  Aichach, bis sie am 12. November 1943 von dort nach Auschwitz deportiert  wurde. Hier verliert sich ihre Spur. In der Strafanstalt Aichach waren in der NS-Zeit aber nicht nur Frauen, die wegen herkömmlicher Straftaten verurteilt worden waren, inhaftiert. Viele Fälle von „Schutzhaft“ anlässlich der „Machtergreifung“ 1933, zahlreiche Zwangssterilisationen von armen und als „asozial“ diffamierten Gefangenen, Inhaftierungen von Frauen, die den Verhaltensvorgaben des NS-Regimes nicht entsprachen oder ihm Widerstand leisteten, finden sich in den über 12.000 erhaltenen „Personalakten“. Eine überraschende und gleichzeitig erschüttern-de Entdeckung war die Deportation von Hunderten von Gefangenen in das Vernichtungslager Auschwitz: Jüdinnen, Sinti- und Roma-Frauen, Polinnen, Frauen, die wegen wiederholter kleinerer Eigentumsdelikte zu Sicherungsverwahrung verurteilt worden waren oder lange Strafen zu verbüßen hatten, fuhren in den fast ausnahmslos sicheren Tod. Im Vortrag werden die ganz unterschiedlichen Gruppen von Gefangenen am Beispiel einzelner Frauen vorgestellt.

Schwabmünchen – Aichach – Auschwitz. Das Schicksal der Franziska Lutzenberger und anderer Frauen in der Strafanstalt Aichach 1933 – 1945

Startdatum: 25.03.2019 19:30
Enddatum:

Organisator/Ansprechpartner : Heimatverein für den Landkreis Augsburg e.V.
Großer Sitzungssaal, Landratsamt Augsburg