Um die anhaltend problematische Baustellensituation auf der Bahnstrecke zwischen Augsburg und Donauwörth zu besprechen, fand kürzlich ein intensiver Austausch zwischen Landrat Martin Sailer, seinem Stellvertreter Dr. Michael Higl und Bayerns Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr Christian Bernreiter statt. Im Vorfeld hatte sich Sailer bereits mehrfach an das Bayerische Verkehrsministerium sowie die Deutsche Bahn gewandt, um eine rasche Klärung der zunehmend eskalierenden Situation einzufordern. In den vergangenen Monaten kam es auf der Strecke wiederholt zu massiven Einschränkungen – darunter Verspätungen, kurzfristige Zugausfälle und verlängerte Sperrungen. Auch das Verkehrsunternehmen Arverio Bayern hatte sich gegenüber dem Landkreis deutlich über die mangelnde Vorlaufzeit und Abstimmung seitens der DB InfraGO beklagt. Für viele Fahrgäste sei die Situation inzwischen kaum noch zumutbar, weshalb Sailer sich mit Nachdruck für das persönliche Gespräch mit dem Verkehrsminister eingesetzt hatte. „Die Pendlerinnen und Pendler im Landkreis Augsburg sind seit Monaten die Leidtragenden eines Baustellenmanagements, das diesen Namen kaum verdient. Wenn Sperrungen kurzfristig verlängert werden, Ersatzverkehre nicht funktionieren und selbst das Verkehrsunternehmen nicht rechtzeitig informiert wird, dann ist die Geduld der Fahrgäste mehr als strapaziert“, machte Sailer während des Gesprächs deutlich.
Verkehrsminister Christian Bernreiter zeigte Verständnis für die Sorgen aus der Region und betonte zugleich die Notwendigkeit der laufenden Sanierungen: „Eine moderne und leistungsfähige Schiene ist das Rückgrat der Mobilität in Bayern. Deshalb ist es richtig und überfällig, dass das Bahnnetz nach Jahren des Investitionsstaus endlich saniert wird. Gleichzeitig trägt die DB InfraGO die Verantwortung dafür, Bauarbeiten rechtzeitig, verbindlich und nachvollziehbar anzukündigen. Das habe ich der Bahn wiederholt unmissverständlich deutlich gemacht – und werde das auch weiterhin tun. Dass die DB InfraGo dieses Jahr vier Milliarden Euro in Bayern investieren will, zeigt, dass die nötigen Investitionen bereits gestartet wurden. Dieser Weg muss nun weiter beschritten werden.“
Auch der Stellvertreter des Landrats Dr. Michael Higl, zugleich Erster Bürgermeister des Marktes Meitingen und als täglicher Beobachter der Situation entlang der Strecke unmittelbar betroffen, unterstrich die Bedeutung verlässlicher Kommunikation: „Die Menschen entlang der Achse Augsburg–Donauwörth haben ein Recht auf zuverlässige Informationen und einen Bahnverkehr, auf den sie sich verlassen können. Es darf nicht sein, dass selbst das Verkehrsunternehmen kurzfristig vor vollendete Tatsachen gestellt wird.“ Einigkeit bestand bei allen Gesprächspartnern darüber, dass die laufenden und anstehenden Sanierungsmaßnahmen im Schienennetz notwendig und unverzichtbar sind. Gleichzeitig seien Kommunikation und Abstimmung der DB InfraGO derzeit nicht ausreichend, um die Belastungen für die Fahrgäste abzufedern. Durch die verspätete Ankündigung oder eine kurzfristige Verlängerung von Baumaßnahmen bleibe den Eisenbahnverkehrsunternehmen wie Arverio Bayern häufig zu wenig Zeit, einen verlässlichen Ersatzverkehr zu organisieren. Der Landkreis Augsburg und das Bayerisches Verkehrsministerium wollen deshalb weiterhin gemeinsam und mit Nachdruck gegenüber der Deutschen Bahn auftreten. Ziel ist eine frühzeitigere und verlässlichere Kommunikation von Baumaßnahmen, eine bessere Abstimmung mit den Verkehrsunternehmen sowie tragfähige Ersatzkonzepte im Sinne der Fahrgäste.