Die Seniorenberatungsstelle des Landkreises Augsburg feiert ihr 30-jähriges Bestehen

Von Anfang an ganz nah bei den Bedürfnissen der Menschen

Wie viele erfolgreiche Projekte, begann auch die Seniorenberatungsstelle in kleinen Kinderschuhen. Die Beraterinnen der ersten Stunde waren als sogenannter Sozialpädagogischer Fachdienst an sechs Sozialstationen im Landkreis angebunden und dort „Mädchen für alles“, was nicht direkt mit der pflegerischen Basisversorgung der Seniorinnen und Senioren zu tun hatte. Der Landkreis förderte durch einen Personalkostenzuschuss. Bereits damals besuchten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Klienten in ihrem häuslichen Umfeld auf, weil sie überzeugt waren, die individuellen Sorgen und Bedürfnisse der älteren Bürgerinnen und Bürger sowie ihrer Angehörigen so besser nachvollziehen zu können. Immer schon war die Prämisse, die Betroffenen dabei zu unterstützen, so lange wie möglich selbstbestimmt und selbstständig in ihrem häuslichen Lebensbereich zu bleiben. Die pflegenden Angehörigen gehörten ebenfalls bereits zur Zielgruppe. Das Team der Seniorenberatung zeichnet sich bis heute durch eine große Kontinuität aus. So sind noch immer zwei Mitarbeiterinnen mit dabei, die auf 20 Jahre Erfahrung zurückblicken.

 

Das Thema Alter ist mitten in der Gesellschaft angekommen

Die demografische Entwicklung – der Altersdurchschnitt unserer Gesellschaft steigt – rückte die Belange der Seniorinnen und Senioren zunehmend ins gesellschaftliche Bewusstsein. Die damalige Bundesregierung führte Mitte der 90-er Jahre die Pflegeversicherung ein, was eine zunehmend marktorientierte Pflegelandschaft zur Folge hatte. Der Landkreis Augsburg reagierte darauf, indem er die Fachberaterinnen in eine feste Anstellung übernahm, um die vorhandenen Kräfte zu bündeln und den Klienten eine neutrale Beratung zu bieten. Die heute in der Stadtberger Bismarckstraße 62 existierende Beratungsstelle wurde 1998 auch zur Fachstelle für pflegende Angehörige im Netzwerk Pflege Bayern. Mittlerweile ist das Thema Alter mitten in unserem Alltag angekommen. So wird beispielsweise das ehemals tabuisierte Thema Demenz heute offen diskutiert. Eine bunte und vielfältige Landschaft der Angebote und Hilfen für die Alten und ihre Angehörigen ist entstanden und entwickelt sich weiter. Dabei den Überblick zu behalten ist zur Herausforderung geworden, besonders dann, wenn der Pflegefall eintritt. Die Betroffenen und ihre Angehörigen durch diese Vielfalt der Angebote und Vorschriften zu lotsen, ist nach wie vor ein Schwerpunkt der Beratung. Die Unterstützung der Versorgung zuhause sowie die Entlastung der pflegenden Angehörigen stehen ebenso im Fokus.

 

Regelmäßige Gruppentreffen für Angehörige von Demenzkranken

Weitere sehr nachgefragte Angebote der Seniorenberatung sind die regelmäßig stattfindenden Gruppentreffen für Angehörige von Demenzkranken an drei Standorten im Landkreis und die Beratung für altersgerechte Wohnungsanpassungen, die von kompetenten ehrenamtlichen Wohnberaterinnen und Wohnberatern durchgeführt wird. Ergänzend werden regelmäßig wiederkehrende Schulungen für Angehörige von Demenzkranken angeboten.

Leider wurde in den letzten 15 Monaten das Angebot der Seniorenberatung durch die Beschränkungen der Corona-Pandemie erheblich geschmälert. Auch viele Ideen, das 30-Jahre-Jubiläum der Seniorenberatung angemessen zu begehen, mussten aus diesem Grunde aufgegeben werden. Das Team der Seniorenberatungsstelle blickt dennoch optimistisch in die Zukunft und hofft, bald wieder mit allen Angeboten für die Klienten im Landkreis Augsburg da zu sein. Ergänzend kommen neue Kommunikationsformen wie z.B. Videoberatungen, Onlineschulungen und virtuelle Gesprächskreise hinzu.