Wie wichtig umfassende Hochwasserfrühwarnsysteme sind, ist spätestens seit der verheerenden Hochwasserkatastrophe 2024 bekannt. Seither haben Landrat Martin Sailer und die anliegenden Kommunen von Schmutter und Zusam gemeinsam nach Möglichkeiten gesucht, um den Hochwasserschutz in der Region künftig technisch zu verbessern. „Unser Ziel ist ein nachhaltiger, wirkungsvoller Hochwasserschutz im Rahmen eines Gesamtkonzepts für die gesamte Region“, so Landrat Martin Sailer. Als Ergebnis wurde deshalb die Anschaffung zusätzlicher digitaler Messpegel durch die Gemeinden und ein optimiertes Wettervorhersagesystem mit digitaler Zugriffsmöglichkeit für alle Beteiligten beschlossen.
Das Bayerische Digitalministerium unterstützt dieses Projekt nun, indem es neunzig Prozent der Kosten für die Ausweitung des digitalen Hochwasserschutz-Informationssystems übernimmt. Die Fördermittel hierfür stammen aus der Fraktionsinitiative „Modellprojekt KI-gestütztes Starkregen- und Hochwasserfrühwarnsystem“, welche von Marina Jakob, MdL, initiiert wurde. Digitalminister Dr. Fabian Mehring, MdL, überreichte heute an Landrat Martin Sailer einen Förderbescheid über 49.164,04 Euro. Durch die zusätzlichen digitalen Messpegel wird es möglich sein, Hochwasserlagen noch früher zu erkennen und somit Einsatzkräfte und die Bevölkerung gezielt und noch besser im Vorfeld zu alarmieren. Das neue Wettervorhersagesystem bietet den Anliegergemeinden digitalen Zugriff auf relevante Daten, um im Ernstfall ebenfalls frühzeitig reagieren zu können. Die Pegel sollen noch in diesem Jahr installiert werden.
Bei der Übergabe des Förderbescheids betonte Digitalminister Dr. Mehring: „Extremwetter nehmen durch den Klimawandel leider deutlich zu – im Wissen darum richten wir den Hochwasserschutz in unserer Heimat digital, vernetzt und vorausschauend aus. Natürlich lassen sich Starkregen und Überschwemmungen nicht wegprogrammieren, aber mit intelligenter Vorsorge und moderner Technik können wir Schäden und Gefahren deutlich begrenzen. Auf Basis von Satellitendaten, Sensorik und künstlicher Intelligenz entsteht im Herzen unserer Region gerade ein Frühwarnsystem, mit dem wir im Katastrophenfall wertvolle Zeit gewinnen, um die Menschen, ihr Eigentum und unsere Umwelt wirksam zu schützen. KI und Co. sind dabei weder Selbstzweck noch Science-Fiction-Schreckgespenst aus der Zukunft, sondern im Zweifel sogar Lebensretter in der Gegenwart.“
Landrat Martin Sailer nahm den Förderbescheid dankend entgegen: „Ich freue mich sehr, dass wir diese großzügige Förderung erhalten, um durch die Installation der zusätzlichen Pegel bei zukünftigen Hochwasserereignissen noch frühzeitiger und besser reagieren zu können. Wir möchten durch die Nutzung von KI und digitalen Hilfsmitteln idealerweise vor die Welle kommen.“ Dennoch mahnte Sailer, dass noch einiges im Bereich Hochwasserschutz zu tun ist: „Diese neunzigprozentige Finanzierung durch das bayerische Digitalministerium ist definitiv ein Schritt in die richtige Richtung, für den ich auch sehr dankbar bin. Aber viel wichtiger ist es dennoch, dass der Freistaat in Zukunft seinen Verpflichtungen nachkommt und für den Hochwasserschutz die entsprechenden Mittel zur Verfügung stellt, um auch die großen notwendigen Maßnahmen im Hochwasserschutz umzusetzen.“