„Komm mit!“: Neues Bildungsprojekt gegen pandemiebedingte Lernrückstände und Vereinsamung

Spendenfinanziertes Konzept besteht aus separaten Teilprojekten


Die umfangreichen Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie grenzen uns alle ein – in besonderem Maße sind davon jedoch Kinder und Jugendliche betroffen: Wochenlange Schulschließungen und permanenter Verzicht auf den Kontakt mit Gleichaltrigen können zu Lerndefiziten und dem Gefühl von Isolation und Einsamkeit führen. Wer vor der Krise von keinerlei Benachteiligung betroffen war, kann sich inzwischen in einer völlig anderen Lage befinden; gleichzeitig hat sich die Situation für diejenigen, die ohnehin als benachteiligt galten, noch verschärft.

 

Dank des großzügigen Beitrags aus der Corona-Spendenaktion der Stiftergemeinschaft der Kreissparkasse Augsburg, mit 70 Stiftungen die größte in der Region, sowie der Bezuschussung durch die Kreissparkasse Augsburg und die Brunnhuber Sozial-Stiftung hat das Bildungsbüro des Landkreises Augsburg nun das Projekt „Komm mit!“ auf den Weg bringen können, dessen Teilprojekte konkrete Lösungen für die schwierige, pandemiebedingte Lage vieler Kinder, Jugendlicher und junger Erwachsener bieten. Die Einzelprojekte sind unter dem Titel „Komm mit!“ zusammengefasst und richten sich insbesondere auch an junge Menschen mit Sprachförderbedarf. „Gerade in der aktuellen Situation übernehmen wir Verantwortung für die Kinder und Jugendlichen in der Region und verhindern so langfristig Bildungsungleichheiten“, sagt Horst Schönfeld, Vorstand der Kreissparkasse Augsburg. „Zudem ermöglichen wir im Rahmen des Komm-mit-Projekts, dass Kinder und Jugendliche wieder gemeinsam, statt ausschließlich für sich alleine lernen“, erklärt Landrat Martin Sailer.

 

Erster Projektabschnitt startet diesen Monat an vier Standorten

Für den Einsatz der Spendengelder im Rahmen des Projekts „Komm mit!“ hat das Bildungsbüro vielfältige Ideen entwickelt, die jeweils auf konkrete Bedarfe im Bildungsbereich abzielen. Unter dem Titel „Deutsch erleben“ geht es im ersten Aufschlag des Bildungsprojekts um die Vermittlung von Deutschkenntnissen, insbesondere der Bildungssprache. „Die Schülerinnen und Schüler verbessern durch den Unterricht nicht nur ihre Sprachbeherrschung, sondern werden auf spielerischem Wege zum aktiven Gebrauch der Sprache motiviert“, erklärt Anna-Katharina Helwig, die im Bildungsbüro für Integrations- und Bildungsprojekte verantwortlich ist. Der Einsatz von digitalen Medien fördere zudem die Medienkompetenz. Das eingesetzte Fachpersonal, das die Lerngruppen leitet und aus dem Drittkräftepool des Landkreises bestellt wird, verfügt über eine Ausbildung im Bereich Deutsch als Zweitsprache. Mit insgesamt rund 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmern startet „Deutsch erleben“ im März an fünf Grundschulen in Aystetten, Neusäß und Gersthofen. Anfang April erfolgt der Startschuss an den Grundschulen Biberbach, Westheim und Stadtbergen. Weitere Standorte sollen folgen.

 

Zudem werden die verfügbaren Mittel bereits dafür verwendet, Kinder und Jugendliche in begründeten Einzelfällen finanziell zu fördern und ihnen auf diesem Wege die Teilnahme an Lernangeboten zu ermöglichen. Es handelt sich dabei um bedürftige junge Menschen mit dringlichem Förderbedarf, denen beispielsweise der Zugang zu Angeboten wie der Hausaufgabenhilfe eröffnet wird. Gefördert werden dabei die Lernangebote öffentlicher Einrichtungen sowie Lernförderungen durch Ehrenamtliche. Seit dem Monat Januar des laufenden Jahres werden auf diese Weise vier Kinder und Jugendliche unterstützt.

 

Analog zu „Deutsch erleben“ befindet sich aktuell das verwandte Teilprojekt „Mathe erleben“ in der Vorbereitung. Auch hierbei wird es um die Vermittlung und Übung der Fachkenntnisse in kleinen Arbeitsgruppen gehen.