Kunstpreis 2022: Gleich zwei Preisträgerinnen erhalten Auszeichnung des Landkreises

Würdigung für ausnehmende Qualität zweier unterschiedlicher Kunstansätze

Das kreative Schaffen regionaler Kunst- und Kulturschaffender wird in der jährlichen Kunstpreisverleihung des Landkreises Augsburg gewürdigt. In diesem Jahr wurden hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der „Bildenden Künste zweidimensional“ ausgezeichnet. Die Ausdrucksformen des Kunstpreises wechseln jährlich zwischen den Kategorien Musik, darstellende Kunst, Belletristik, bildende Kunst zweidimensional und bildende Kunst dreidimensional.

 

Die diesjährige Fachjury, bestehend aus Dr. Thomas Elsen (Museumsleiter im H2 – Zentrum für Gegenwartskunst im Glaspalast Augsburg), Dr. Mechthild Müller-Hennig (ehemalige Leiterin der Schwäbischen Galerie Oberschönenfeld) und Harry Meyer (Künstler aus dem Landkreis Augsburg und Kunstpreisträger 2012), hat sich in diesem Jahr gleich für zwei Preisträgerinnen entschieden: Andrea Sandner und Erika Kassnel-Henneberg. Das Preisgeld von 3.500 Euro haben die beiden Künstlerinnen sich somit geteilt. Die Entscheidung der Jury, den Preis an beide Künstlerinnen zu vergeben, liegt einerseits an der gleichermaßen hohen künstlerischen Qualität sowie der gleichzeitigen Nichtvergleichbarkeit der unterschiedlichen Ansätze und Konzeptionen.

 

Andrea Sandner, 1961 geboren in Rüsselsheim, wurde für ihre klassische Malerei mit eigenem Stil ausgezeichnet. Ihr Studium hat sie an der Universität Augsburg in Kunstpädagogik, Kunstgeschichte und Germanistik mit einem Master-Abschluss absolviert. Seit 30 Jahren ist sie inzwischen als freischaffende Malerin tätig. Sandner, die Mitglied im Berufsverband Bildender Künstler Augsburg und Schwaben Nord ist, kann zahlreiche Lehrtätigkeiten vorweisen – beispielsweise an der Volkshochschule Augsburg, an der Universität oder der Freien Kunstakademie Augsburg oder sogar Kunstkurse in Italien. Die Stadtbergerin ist im Landkreis nicht unbekannt: So war sie mit ihrer Kunst bereits im Kunstraum Leitershofen, im Schloss Bobingen oder beim Kunstverein Schwabmünchen vertreten.

 

Die gebürtige Rumänin Erika Kassnel-Henneberg, Jahrgang 1973, hingegen überzeugte die Jury mit Medien wie Collage, Fotografie und Video. Die gelernte Vergolder- und Fassmalerin, die bei Anhausen lebt, hat nach ihren ersten Berufsjahren in einem schwedischen Restaurierungsatelier ein Studium an der Hochschule der Künste in Bern absolviert. Ihr Schwerpunkt lag dabei in der Konservierung und Restaurierung von Gemälden und polychromen Bildwerken. Nach einigen Jahren in diesem Berufsfeld und künstlerischer Tätigkeit in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland, darunter auch einige im Landkreis Augsburg, hat Kassnel-Henneberg ein zunehmendes Interesse für das Bewegtbild entwickelt. Dies war der Grund für ihr 2020 abgeschlossenes Bachelorstudium der Interaktiven Medien an der Hochschule Augsburg. Neben ihrem künstlerischen Schaffen übt Erika Kassnel-Henneberg auch einen Lehrauftrag an der Fakultät für Gestaltung der Hochschule Augsburg aus.