Massive Probleme im Schienenpersonennahverkehr in der Region

Landrat Sailer fordert BEG zu schnellstmöglicher Abhilfe auf

Seit dem die Betreiberfirma Go Ahead zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember den Schienenpersonennahverkehr in der Region zu großen Teilen übernommen hat, ist einfach der Wurm drin: Dass der Personalmangel bei den Lokführern dafür sorgen würde, dass der Fahrplan auf bestimmten Strecken zeitweise ausgedünnt sein wird, war schon etwas länger bekannt. Hinzu kommt aber nun auch noch der Ausfall von rund 50 Prozent aller zur Verfügung stehenden Züge aufgrund von witterungsbedingten Fahrzeugstörungen. Diese Kombination führt dazu, dass Bahnhöfe teilweise über Stunden hinweg nicht bedient werden, Fahrgäste in der Kälte warten, zu spät zur Arbeit oder in den Unterricht kommen und der Unmut über den neuen Betreiber stetig wächst. „Mir ist bewusst, dass die Verantwortlichen bei Go Ahead mit Hochdruck an einer Lösung für die bestehenden Probleme suchen und sie in gewisser Weise auch „Leidtragende“ sind“, zeigt sich Landrat Martin Sailer verständig, „allerdings hilft das den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern, die mich wütend um Unterstützung bitten und aktuell zum Teil verkehrstechnisch komplett lahmgelegt sind, recht wenig.“

 

Deshalb hat sich der Landkreis-Chef nun schon zum zweiten Mal innerhalb der vergangenen Wochen mit konkreten Anliegen an die BEG gewandt: „Da Go Ahead Bayern als Verkehrsunternehmen aufgrund der aktuellen Situation vertraglich Strafzahlungen an die BEG leisten muss, sollten diese meines Erachtens nach nun auch dafür genutzt werden, Schienenersatzverkehre einzurichten, um den Fahrgästen, wo verkehrlich möglich, eine Alternative zur aktuellen inakzeptablen Situation zu bieten.“ Darüber hinaus fordert Sailer, dass alles für einen Schienenpersonennahverkehr und insbesondere einen Schülerverkehr getan wird, der wieder ein tragfähiges Angebot, aber vor allem auch eine zuverlässige Beförderung garantiert. „Es kann nicht sein, dass Eltern nicht wissen, ob ihre Kinder mit dem Zug zuverlässig zur Schule kommen und Menschen, die im Allgemeinen auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind, so im Regen stehen gelassen werden. Zum gleichen Zeitpunkt versuchen wir, die Mobilitätswende voranzutreiben und mehr Menschen davon zu überzeugen wollen, vom eigenen Auto auf Bus und Bahn umzusteigen. Das wird so nicht funktionieren“, ist sich Sailer sicher. Überdies bestehe aus seiner Sicht auch im Bereich der Kommunikation der Verkehrsunternehmen dringender Nachbesserungsbedarf: „Wenn man schon weiß, dass es zu massiven Verkehrsbeeinträchtigungen kommt, sollte es das Mindeste sein, Fahrgäste zeitnah und zuverlässig über verspätete oder ausfallende Züge zu informieren.“