Reaktivierung der Staudenbahn offiziell für Förderprogramm des Bundes angemeldet

Gutachten belegt positives Nutzen-Kosten-Verhältnis

Der Landkreis Augsburg und alle Unterstützer der Staudenbahn unternehmen einen großen Schritt in Richtung Reaktivierung der regionalen Bahnlinie: Mit dem Abschluss der Nutzen-Kosten-Untersuchung rückt die Wiederinbetriebnahme des Streckenabschnitts zwischen Gessertshausen und Langenneufnach ein bedeutendes Stück näher. Denn: „Das Gutachten offenbart, dass die Staudenbahn nicht nur ein verkehrsinfrastruktureller Gewinn wäre, sondern auch einen echten Mehrwert für die ganze Region hätte“, erläutert Landrat Martin Sailer. Auf Grundlage der Nutzen-Kosten-Untersuchung hat der Landkreis die Staudenbahn nun offiziell für das Verfahren zur Förderung durch Bundes-Mittel nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) angemeldet. „Für die Finanzierung der Staudenbahn wäre diese Förderung ein wichtiges Kriterium und wir sind froh, dass unsere sorgfältige Vorarbeit auf eine umfassende Förderung durch den Bund hoffen lässt“, so Sailer im Rahmen eines Pressegesprächs am Montag mit dem Bayerischen Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr, Christian Bernreiter. Bernreiter betonte, dass der Freistaat die Reaktivierung der Staudenbahn weiter begleiten und unterstützen werde: „Das positive Untersuchungsergebnis ist eine gute Nachricht für die Region und für die weitere Planung ganz entscheidend! Die Investitionen in die Infrastruktur sind für den Betreiber und die Region eine große Aufgabe. Umso wichtiger ist die Förderung aus Bundesmitteln. Die Reaktivierung der Staudenbahn ist nun auch mit Elektrifizierung aus Bundesmitteln förderfähig, und zwar mit bis zu 90 Prozent der Kosten.“

 

Staatsminister Christian Bernreiter zu Gast im Landratsamt

Die Nutzen-Kosten-Untersuchung stellt einen wesentlichen Faktor für den komplexen Förderantrag beim zuständigen Bundesministerium dar und umfasst neben ökonomischen und ökologischen Zahlen und Daten auch diverse weiche Faktoren rund um die Staudenbahn, um den tatsächlichen Mehrwert für die Region darzustellen. Dementsprechend hat das beauftragte Planungsbüro PTV Transport Consult GmbH beispielsweise auch Aspekte aus den Bereichen Umwelt- und Klimaschutz, der Verkehrsinfrastruktur und sozialen Infrastruktur oder der demographischen Entwicklung in die Untersuchungen einbezogen. „Für die von uns angestrebte Wiederinbetriebnahme der Gesamtstrecke mit elektrischen Triebwägen belegt uns die Nutzen-Kosten-Untersuchung mit einem Quotienten von 1,1 eine deutliche, rechnerische Wirtschaftlichkeit des Vorhabens“, erklärt Landrat Martin Sailer.

 

Kreisausschuss spricht sich geschlossen für Elektrifizierung der Gesamtstrecke aus

In seiner Sitzung am Montagvormittag hat der Kreisausschuss dafür gestimmt, dass der Landkreis eine langfristige Zusammenarbeit mit der SWU Verkehr GmbH (Stadtwerke Ulm, SWU) anstreben soll. Die SWU soll im Zuge der Reaktivierung und darüber hinaus als fachlicher Berater und Partner agieren. „Die SWU verfügen aus anderen Reaktivierungsprojekten bereits über das nötige Know-How und stellen unter anderem aus diesem Grund einen idealen Kooperationspartner für uns dar“, so Landrat Sailer. Für die offizielle Beantragung der GVFG-Bundesmittel soll die SWU mit der Erstellung aller Planungsunterlagen beauftragt werden. Sollte der SWU-Aufsichtsrat seine Zustimmung erteilen, werden die SWU die Finanzierung dieses nächsten Schritts übernehmen, wobei diese Leistung durch den Landkreis abgesichert würde.

 

Zudem sprach sich der Kreisausschuss geschlossen dafür aus, dass in den weiteren Planungsschritten einzig der Ansatz einer vollelektrisierten Gesamtstrecke verfolgt werden solle. In ihren Redebeiträgen befürworteten Kreistagsmitglieder aller Fraktionen die Ansicht, dass sowohl aus wirtschaftlichen wie auch ökologischen Gesichtspunkten heraus keine andere Option – beispielsweise der Betrieb mit Dieseltriebwägen – in Frage käme.