Mit Sorge blickt Landrat Martin Sailer auf die zu erwartenden Belastungen des Bahnverkehrs während des aktuell stattfindenden Oktoberfests. Vor dem Hintergrund eines Berichts im Landsberger Tagblatt hat sich der Landrat deshalb jetzt an die Geschäftsführerin der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG), Bärbel Fuchs, gewandt. Darin fordert er kurzfristig Klarheit darüber, wie die ausreichende Beförderungskapazität auf den Verbindungen zwischen Augsburg, Buchloe, Kaufering und München während der Wiesn sichergestellt werden soll.
Besonders im Fokus steht dabei der Abschnitt zwischen Buchloe und Kaufering. Dieser ist seit dem 5. September und noch bis zum 6. Oktober 2026 nur eingleisig befahrbar. Gleichzeitig ist die Strecke zwischen Augsburg und München bereits im regulären Pendlerverkehr stark ausgelastet. Während des Oktoberfests ist mit zusätzlichen Fahrgastströmen zu rechnen, da täglich rund 100.000 Besucherinnen und Besucher mit der Bahn nach München reisen.
„Unsere Bürgerinnen und Bürger dürfen nicht die Leidtragenden einer ohnehin angespannten Situation auf der Schiene werden. Gerade für Pendlerinnen und Pendler aus dem südlichen Landkreis Augsburg ist die Verbindung über Buchloe und Kaufering nach München eine wichtige Verkehrsachse. Deshalb möchte ich jetzt noch rechtzeitig wissen, welche konkreten Vorkehrungen getroffen werden, damit auch während des Oktoberfests ausreichend Züge und gegebenenfalls Ersatzverkehre zur Verfügung stehen“, so Landrat Martin Sailer.
Betroffen sind insbesondere Fahrgäste aus dem südlichen Landkreis, unter anderem aus Schwabmünchen, Bobingen und Untermeitingen. Für viele von ihnen ist die Bahn täglich unverzichtbar – etwa für den Weg zur Arbeit, zur Ausbildung oder zu medizinischen Terminen in München. Sie müssen bereits seit längerer Zeit mit Einschränkungen, Langsamfahrstellen und wiederkehrenden Verspätungen auf der Strecke umgehen.
In seinem Schreiben bittet Sailer die BEG deshalb um konkrete Angaben zum vorgesehenen Verkehrskonzept. Unter anderem möchte der Landrat wissen, wie viele Züge und gegebenenfalls Ersatzbusse während der erwarteten Spitzentage eingesetzt werden, welche zusätzlichen Kapazitäten vertraglich mit den Eisenbahnverkehrsunternehmen vereinbart sind und wie im Falle eines besonders hohen Fahrgastaufkommens kurzfristig reagiert werden soll. Auch die Information der Reisenden spielt aus Sicht des Landrats eine wichtige Rolle. Fahrgäste müssten frühzeitig und verlässlich über mögliche Einschränkungen, zusätzliche Verbindungen und alternative Reisemöglichkeiten informiert werden. „Nach den erheblichen Beeinträchtigungen im vergangenen Jahr im Zusammenhang mit der Anreise zum Flughafen München während des Oktoberfests müssen wir alles daransetzen, dass sich solche Erfahrungen nicht wiederholen. Die Menschen müssen sich darauf verlassen können, dass sie auch bei einem Großereignis sicher und möglichst zuverlässig an ihr Ziel kommen“, betont Sailer.