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Warum Gemeindearchive so besonders sind – und weshalb sie bewahrt werden müssen

Dr. Claudia Ried startet in eine neue Amtszeit als Archivpflegerin für den Landkreis Augsburg

Was heute in den Gemeinden entsteht, kann schon morgen ein wichtiges Zeugnis ihrer Geschichte sein. Gemeindearchive bewahren deshalb weit mehr als alte Akten, Urkunden und Bände: Sie dokumentieren, wie sich Orte entwickelt haben, wie Menschen zusammenlebten und welche politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entscheidungen das Leben vor Ort geprägt haben.

Viele Menschen hatten noch nie Gelegenheit, ein Archiv persönlich zu besuchen und denken deshalb vielleicht zunächst an dunkle Keller, Staub und endlose Regale. Tatsächlich sind Archive jedoch unverzichtbare Wissensspeicher. Sie sichern die historische Überlieferung einer Kommune und machen Entwicklungen und Entscheidungen auch für kommende Generationen nachvollziehbar. „Die Bezeichnung Archiv geht auf das griechische Wort archeíon zurück, das unter anderem Regierungs- oder Amtsgebäude bezeichnete“, erläutert Dr. Thomas Engelke, Direktor des Staatsarchivs Augsburg. Über das spätlateinische archivum entwickelte sich daraus im 15. Jahrhundert das Wort „Archiv“, das bis heute verwendet wird. Schon früh erkannten die Menschen damit die Bedeutung der dauerhaften Aufbewahrung wichtiger Unterlagen.

In den Archiven sind vielfach einzigartige Bestände überliefert, die einen unmittelbaren Einblick in vergangene Epochen ermöglichen. Allerdings ist diese Überlieferung nicht selbstverständlich: Kriege, Brände, Umweltkatastrophen, aber auch unsachgemäße Lagerung haben immer wieder dazu geführt, dass wertvolle Archivalien unwiederbringlich verloren gingen. „Umso wichtiger ist es, die Urkunden, Bände und Akten, die heute in den Gemeindearchiven des Landkreises Augsburg aufbewahrt werden, dauerhaft zu erhalten. Es sind einzigartige Zeugnisse unserer Geschichte – Unikate, die nirgendwo anders zu finden sind“, betont Landrat Martin Sailer. „Wer Archive pflegt und ihre Bestände sichert, bewahrt damit nicht nur die Vergangenheit. Er schafft auch die Grundlage dafür, dass kommende Generationen nachvollziehen können, wie sich unsere Gemeinden entwickelt haben und wo ihre Wurzeln liegen.“

Für die fachliche Beratung der Kommunen, in denen kein hauptamtlicher Archivar tätig ist, gibt es nach dem Bayerischen Archivgesetz Archivpflegerinnen und Archivpfleger. Sie werden von der Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns in Abstimmung mit dem jeweiligen Landkreis bestellt und unterstützen die Gemeinden unter anderem bei der fachgerechten Sicherung und Erhaltung ihrer Archivbestände. Für den Landkreis Augsburg übernimmt diese wichtige Aufgabe weiterhin die Historikerin Dr. Claudia Ried. Ihre Amtszeit als Archivpflegerin wurde nun im Rahmen einer kleinen Feierstunde verlängert. „Ich freue mich sehr über meine Wiederbestellung und die damit verbundenen Herausforderungen“, sagt Ried. „Der langfristige Erhalt der kommunalen Archivbestände ist für mich eine äußerst reizvolle Aufgabe. In ihnen finden sich nicht nur Informationen über das Zusammenleben der Menschen vor Ort, sondern auch wertvolle Zeugnisse der wirtschaftlichen, politischen und rechtlichen Entwicklung unserer Gemeinden.“ Damit leistet die Archivpflege einen wichtigen Beitrag dazu, dass die Geschichte der Städte, Märkte und Gemeinden im Landkreis Augsburg auch künftig erhalten, erforscht und verstanden werden kann.

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Drei Erwachsene in Geschäftskleidung stehen in einem Raum. Der Mann links hält ein unterschriebenes Dokument in der Hand. Alle drei blicken in die Kamera und lächeln. An der Wand hinter ihnen hängt ein großes, farbenfrohes abstraktes Gemälde.
Dr. Claudia Ried wurde im Landratsamt Augsburg kürzlich erneut von Landrat Martin Sailer (rechts) und Dr. Thomas Engelke, Direktor des Staatsarchivs Augsburg, zur Archivpflegerin für den Landkreis Augsburg ernannt. (Bildquelle: Julia Pietsch)