Regionalität und Zukunft gehen Hand in Hand

Am Unternehmerabend in Nordendorf nehmen rund 100 Vertreter aus Politik und Wirtschaft teil

In der Landkäserei Reißler in Nordendorf werden jährlich knapp 500 Tonnen Käse produziert. Dabei kommen ausschließlich regionale Rohstoffe zum Einsatz: Milch aus dem Landkreis Augsburg, Bio-Milch aus Oberbayern, Ziegenkäse aus dem Altenburger Land. Mit dieser Philosophie fährt der Familienbetrieb, der insgesamt 53 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, seit nunmehr beinahe 100 Jahren sehr gut – jährlich ist ein Umsatz von etwa 5,5 Millionen Euro zu verzeichnen.

 

Regionalität bedeutet Existenzsicherung vor Ort

 

Als Musterbeispiel für Regionalität war die Landkäserei Reißler somit der ideale Veranstaltungsort für den Unternehmerabend im Landkreis, bei dem die Themen regionale Produktion und Vermarktung im Vordergrund standen. Rund 100 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Wirtschaft waren zu diesem Zweck nach Nordendorf gekommen. „Die beiden Begriffe Regionalität und Zukunft sind eng miteinander verbunden, wie die Landkäserei Reißler beweist“, sagte der Stellvertreter des Augsburger Landrats, Heinz Liebert. Regionale Produktion ist jedoch nicht nur ein Erfolgsrezept für die Betriebe selbst. Vielmehr stärken regionale Familienunternehmen auch den ländlichen Raum, indem sie stabile Arbeitsplätze bieten und damit der Abwanderung entgegenwirken. „Um unseren Landkreis auch für unsere Kinder und Enkel lebenswert zu erhalten, ist es unerlässlich, dass wir jetzt stärker denn je auf Nachhaltigkeit und Regionalität setzen“, hatte Landrat Martin Sailer im Vorfeld des Unternehmerabends bereits betont.

 

Die Bereitschaft der Gesellschaft zu nachhaltigerem Konsum steigt weiter an

 

„Man muss auf den Verbraucher zugehen“, sagte Stefan Kaiser, Geschäftsführer der Landkäserei Reißler, in seiner Begrüßung. Aus diesem Grund sei sein Betrieb eine „Schaukäserei“, in der sich die Kundschaft ein Bild von der Entstehung der Erzeugnisse machen könne. Das verdeutliche nicht nur den handwerklichen Wert, der für hochwertige Lebensmittel aufzuwenden sei, sondern stärke auch das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Wertigkeit nachhaltiger Produkte.

Diesem Thema wandte sich auch die Beraterin, Dozentin und Business Coach Christine Pehl aus Augsburg in ihrem Vortrag zu. In der Gesellschaft finde nach ihrem Dafürhalten aktuell ein Umdenken statt. Das Bewusstsein der Menschen für nachhaltige, regionale Produkte steige an – Pehl erkennt darin auch eine gewisse „Sehnsucht nach Tradition“, die mit regionalen Betrieben und Produkten verbunden sei. Regionalität und Zukunft sei in dieser Hinsicht eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, an der sich jeder mit dem Leitspruch „Denke global, handle lokal“ beteiligen könne.