Der Kunstpreis des Landkreises Augsburg
Das Niveau der Kunstschaffenden im Augsburger Land ist außerordentlich hoch. Um den verdienten Künstlerinnen und Künstlern eine angemessene Würdigung teil werden zulassen, verleiht der Landkreis Augsburg seit 1989 jährlich den Kunstpreis für die Bereiche Musik, Darstellende Kunst, Belletristik sowie Bildende Kunst zweidimensional und dreidimensional.
Preisträger und Preisträgerinnen der letzten Jahre
2025 – Marina Lötschert
Eine erfolgreiche Künstlerin mit großer Wandlungsfähigkeit
Mit der jährlichen Kunstpreisverleihung würdigt der Landkreis Augsburg das kreative Schaffen regionaler Kunst- und Kulturschaffender. Jedes Jahr steht eine andere Ausdrucksform im Vordergrund. Im Jahr 2025 widmete sich die Auszeichnung dem Bereich der Darstellenden Kunst. Die Fachjury, bestehend aus Sarah Kohrs (Intendantin des Landestheaters Schwaben), Christina Ruf (Vorstand Verband Freie Darstellende Künste Bayern e. V., Regisseurin, Dramaturgin) und David Ortmann (Leitender Regisseur am Staatstheater Augsburg) hat sich einstimmig für Marina Lötschert als diesjährige Kunstpreisträgerin ausgesprochen.
Marina Lötschert wurde 1983 in Augsburg geboren und absolvierte ihre Mittlere Reife an der Realschule Maria Stern. 2005 erhielt sie ihr Schauspieldiplom an der Athanor Akademie in Burghausen. Seitdem hat sie zahlreiche Engagements im gesamten Bundesgebiet, beispielweise am Staatstheater Karlsruhe, am Theater Lübeck, am Anhaltischen Theater Dessau, an der Landesbühne Rheinland-Pfalz und dem Theater Biel/Solothurn (CH). Auch am Staatstheater Augsburg, dem Jungen Theater Augsburg, im Märchenzelt oder im Sensemble Theater war und ist sie zu sehen. Bekannt ist die Schauspielerin zudem aus zahlreichen Film- und Fernsehrollen: „Polizeiruf 110“, „die Lindenstraße“, „Dahoam is Dahoam“, „Toni, männlich, Hebamme“, „die Rosenheim-Cops“, „die Glücksspieler“, „Daheim in den Bergen“ oder aus ihrer durchgehenden Rolle als Bäckerin Anita in „Zimmer mit Stall“. 2024 drehte sie in Bulgarin als weibliche Hauptrolle „Trude Steiner“ für den ZDF Pilot „XY history“. Für „Der Ring des Nibelungen“ leiht sie der Augsburger Puppenkiste ihre Stimme. 2019 und 2021 gewann sie den Publikumspreis der Brüder Grimm Festspiele. 2024 erhielt sie mit dem Chor aus „Wie im Himmel“, in dem sie die „Amanda“ spielte, den Hersfeldpreis, der Bad Hersfelder Festspiele. Seit 2012 wohnt Marina Lötschert mit ihren beiden Töchtern und ihrem Mann in Leitershofen.
Lesen Sie hier auch die wunderbare Laudatio des Intendanten des Staatstheaters Augsburg David Ortmann: Laudatio Marina Lötschert.
Auszeichnungen
2019 und 2021: Publikumspreis der Brüder Grimm Festspiele in Hanau
2024: Kleiner Hersfeldpreis bei den Bad Hersfelder Festspielen
2024 – Wolfgang Scherer
Erfolgreicher Musiker und engagierter Musikpädagoge
Jährlich würdigt der Landkreis Augsburg mit der Verleihung des Kunstpreises das Schaffen regionaler Künstler und Künstlerinnen. 2024 konnten sich Personen aus dem Bereich der Musik bewerben. Die Fachjury, bestehend aus dem ehemaligen Domkapellmeister Reinhard Kammler und dem Generalmusikdirektor der Augsburg Philharmoniker am Staatstheater Augsburg, Domonkos Héja, hat sich für Wolfgang Scherer als diesjährigen Kunstpreisträger ausgesprochen.
Wolfgang Scherer stammt gebürtig aus Baden-Württemberg und lebt seit 1990 im Landkreis Augsburg. Er studierte am Leopold Mozart Konservatorium in Augsburg und an der Musikhochschule in München. Er besuchte internationale Meisterkurse und hatte diverse Lehraufträge, bevor er als Musikpädagoge am Augsburger musischen Gymnasium Maria Stern seine Erfüllung fand.
Mit der Verleihung des Kunstpreises wird Wolfgang Scherers musikalische Laufbahn gewürdigt. Scherer gab als Geiger, Bratscher sowie als Dirigent zahlreiche Konzerte in Deutschland, in vielen Ländern Europas und sogar in den USA und China.
Neben seiner eigenen musikalischen Karriere hat sich Wolfgang Scherer in bewundernswerter Weise um den Nachwuchs im Landkreis Augsburg verdient gemacht. Die Förderung junger Menschen durch ein attraktives und solides Angebot musikalischer Freizeitgestaltung lag Scherer sehr am Herzen. Eines seiner bedeutendsten Projekte war die von ihm ins Leben gerufene Initiative zur Förderung junger Menschen, die hauptsächlich aus dem Landkreis Augsburg kommen. Von 1994 bis 2020 veranstalte Scherer die im Landkreis Augsburg bekannte und beliebte Konzertreihe „Konzerte junger Talente im Landkreis Augsburg“.
Mit Auftritten des Lech Wertach Orchesters, welches er 2012 gründete, zeigt sich Wolfgang Scherer seit vielen Jahren als hervorragender Botschafter des Landkreises im In- und Ausland. Laudatio Wolfgang Scherer
Neben Wolfgang Scherer wurde im Rahmen der Kunstpreisverleihung 2024 der aus Hirblingen stammende Musiker Marius Herb in der Kategorie „Junge Talente“ für sein außergewöhnliches Talent als Organist geehrt. Laudatio Marius Herb
Auszeichnungen
1975: Schwäbischer Musikförderpreis der „Augsburger Allgemeinen“
2000: Kulturpreis der Stadt Königsbrunn
2003: Verdienstmedaille des Bundesverdienstordens der Bundesrepublik Deutschland von Bundespräsident Johannes Rau
2006: Ehrenurkunde für Kunst und Kultur der deutschen Bundesregierung
2012: Verdienstkreuz am Bande des Bundesverdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
2024: Kunstpreis des Landkreises Augsburg
2023 – Hans Malzer
Der Mensch im Zentrum der Kunst
Die Wahl der Jury fiel im Jahr 2023 auf den Adelsrieder Bildhauer Hans Malzer, der sich mit Holz- und Steinplastiken, Mosaik und Glasmalerei überregionales Renommee erarbeitet hat.
Dr. Thomas Elsen, der Leiter des H2-Zentrums für Gegenwartskunst im Glaspalast, bezeichnete Malzer in seiner Laudatio als einen „Künstler, dessen Schaffen Tradition und Modernität mit großer Virtuosität in sich vereint“ und begründet die Wahl der Jury damit, dass Malzer für eine eindrucksvolle Kontinuität und Eigenständigkeit in seiner künstlerischen Arbeit stehe: „Im Kontext von Kunst im öffentlichen Raum, in der Natur wie auch im sakralen Bereich hat er nachdrücklich Spuren hinterlassen, die sein jahrzehntelanges Schaffen der Öffentlichkeit zugänglich machen. Sein Wirken schließt zudem auch die Lehre sowie die Unterstützung zahlreicher jüngerer Kollegen und Kolleginnen durch Ausstellungen – zum Teil im eigenen Haus – durch Texte und Eröffnungen ein. Auch hierin zeigt sich konsequent und eindrucksvoll: Im Zentrum der Kunst von Hans Malzer steht immer der Mensch.“
Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass sich bei der Preisverleihung am Freitag, 20. Oktober 2023, im Kunstraum am Pfarrhof Leitershofen unter den Gästen auch zahlreiche ehemalige Studierende von Hans Malzer befanden, die er auf ihrem eigenen künstlerischen Weg als Dozent begleitet und geprägt hat.
Im Landkreis Augsburg gibt es zahlreiche Orte, an denen man den Werken des Künstlers Hans Malzer begegnen kann. Die Gemeinde Adelsried hat 2022 sogar den Hans-Malzer-Weg ins Leben gerufen, einen leichten Rundwanderweg über zehn Stationen, an denen es Kunstwerke von Hans Malzer, unter anderem sein eigens gestaltetes Malzer-Haus, zu entdecken gibt.
Im Rahmen der Preisverleihung zeigte der Kunstraum am Pfarrhof Leitershofen (Bergstraße 3, 86391 Stadtbergen) im Außenbereich die Skulpturenschau Hans Malzer – Esperanza.
Neben Hans Malzer wurde im Rahmen der Kunstpreisverleihung 2023 die aus Königsbrunn stammenden Künstlerin Mariella Kerscher in der Kategorie „Junge Talente“ geehrt.
VITA
1940: geboren in Waldthurn
1960 – 1971: Studium der Philosophie, Pädagogik und Kunst in Trier, Augsburg und München
1971 – 2005: Dozent für Kunstpädagogik an der Universität Augsburg
1973 – 1989: Mitherausgeber, Fachredakteur und Schriftleiter der Zeitschrift Ans Werk, sowie weiterer fachdidaktischer Publikationen
Hans Malzer lebt und arbeitet in Adelsried.
KUNST IM ÖFFENTLICHEN RAUM (AUSWAHL)
Grundschule Adelsried, Kindergarten Adelsried, Marktplatz Adelsried, Kirche Aystetten, Marktplatz Welden, Flurdenkmal Welden, Kapelle Rieblingen, Schule Emersacker, Grundschule Wertingen, Hauptschule Wertingen, Bezirkskrankenhaus Günzburg, Gefallenendenkmal Zusamzell sowie zahlreiche Orgelgestaltungen.
2022 – Andrea Sandner
Farbräume
Im Jahr 2022 hat die Jury des Kunstpreises des Landkreises Augsburg einstimmig die beiden Künstlerinnen Erika Kassnel-Henneberg und Andrea Sandner als Preisträgerinnen ausgewählt.
Grund für die Entscheidung waren die hohe künstlerische Qualität wie gleichzeitige Nichtvergleichbarkeit der sehr unterschiedlichen Ansätze und Konzeptionen beider Künstlerinnen.
Auszug aus der Laudatio von Mechthild Müller-Hennig, Harry Meyer und Thomas Elsen zum Werk von Andrea Sandner:
Andrea Sandner lehrt die Betrachtenden das langsame, innehaltende Hinsehen. Waren frühe, zu Beginn der 1990er Jahre entstandene Bilder noch figurativ-abstrahierend an eher expressive Vorbilder angelegt, so hat sie über Jahrzehnte hinweg mit Ruhe und Kontinuität eine immer gegenstandsfreiere, den Entstehungsprozess selbst in den Mittelpunkt rückende Malerei entwickelt. In den Jahren seit 2002 zeigt sich das in architektonischen Körpern und Strukturen, in denen schon Streifen, Linien und monochrome Farbflächen auftreten: Sie erscheinen hier als diffuse Horizonte, als Durchblicke oder Fassadenapplikationen.
In ihren jüngsten, 2020/22 entstandenen Bildern, hat sich die Linie vollends befreit und tritt als gemalte Farbspur in den Blick, die keine Geschichte erzählt außer derjenigen ihres eigenen Daseins auf der Bildfläche: Andrea Sandner malt Streifen, sie verwendet sie nicht nur. Sie setzt Linie an Linie, gibt jeder von ihnen ihr Eigenleben, das nicht dazu dient, Anderes darzustellen.
In den Bildern der Künstlerin geschieht aber noch etwas Weiteres: Die Nachbarschaft der Streifen zueinander, ihr dicht an dicht aneinander Gesetztsein ergibt eigene Kompositionen, die mit intuitiv sicherem Gefühl Farbklänge erzeugen – regelrechte Farbakkorde, die ihren eigenen visuellen Rhythmus aufbauen. Dabei wirken Sandners Bilder sowohl einzeln, als auch gemeinsam orchestriert als kombinierte Farbtableaus an der Wand. Man kann sie gewissermaßen als gemalte Meditationsfelder lesen, die eine stille Melodie erzeugen, wenn der Blick unaufgeregt und ohne Ablenkung über sie schweifen kann. Der Wunsch nach konzentrierter, ruhiger Wahrnehmung der Welt um uns, dem wir so selten nachkommen können, wird in ihren Bildern Wirklichkeit.
VITA1961: geboren in Rüsselsheim 1982 –1989: Studium der Kunstpädagogik, Kunstgeschichte und Neueren deutschen Literaturwissenschaft an der Universität Augsburg Seit 1992: Tätigkeit als freischaffende Malerin 1995: Stipendium für einen Meisterkurs bei Markus Lüpertz 1997 – 2003: Lehrauftrag für Malerei an der Universität Augsburg Seit 2007: Dozentin an der Freien Kunstakademie Augsburg | AUSZEICHNUNGEN1994: Debütantenförderung des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht, Kultus, Wissenschaft und Kunst 1998: Schwäbischer Kunstpreis der Kreissparkasse Augsburg 2001: Johann-Georg-Fischer-Kunstpreis der Stadt Marktoberdorf 2003: 2. Preis beim Wettbewerb „Stadt.Markt.Dorf. Verwandlungen“ der Stadt Marktoberdorf 2022: Kunstpreis des Landkreises Augsburg 2023: Grafikpreis der Stadt Senden WEITERE INFORMATIONEN |
2022 – Erika Kassnel-Henneberg
Der Zweifel der Erinnerung
Im Jahr 2022 hat die Jury des Kunstpreises des Landkreises Augsburg einstimmig die beiden Künstlerinnen Erika Kassnel-Henneberg und Andrea Sandner als Preisträgerinnen ausgewählt.
Grund für die Entscheidung waren die hohe künstlerische Qualität wie gleichzeitige Nichtvergleichbarkeit der sehr unterschiedlichen Ansätze und Konzeptionen beider Künstlerinnen.
Auszug aus der Laudatio von Mechthild Müller-Hennig, Harry Meyer und Thomas Elsen zum Werk von Erika Kassnel-Henneberg:
Die Medien von Erika Kassnel-Henneberg sind Collage, Fotografie und Video. Die Inhalte ihrer Arbeiten kreisen um eigene wie gefundene Erinnerungen und deren künstlerische Reflexion. Im Mittelpunkt ihres Interesses steht stets der Mensch mit seiner subjektiven Wahrnehmung und seiner Fähigkeit sich zu erinnern, zu vergessen, zu assoziieren und bewusst oder unbewusst seine je eigene Utopie zu erschaffen. Dabei charakterisiert die Künstlerin das Vergessen als eine Fähigkeit, nicht als Manko. Diesen ihr eigenen Ansatz bettet sie zugleich in eine erweiterte, existenzielle Fragestellung ein. „Heute wissen wir, dass Erinnerung weder wahr, noch objektiv, noch vollständig ist. Wir legen Spuren, sammeln Dokumente und Fotografien, und archivieren diese. Ich sehe darin einen existenziellen Zweifel: Wer bin ich wirklich, wenn ich meinem und dem Gedächtnis anderer nicht trauen kann? Wenn ich keine Spuren hinterlasse, habe ich dann jemals existiert?“
Schon in ihren früheren Collagearbeiten, die von hoher ästhetischer Qualität sind, und von sensiblem Umgang mit den verwendeten Materialien zeugen, spiegelt sich die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte wieder. Als Betrachtende finden wir in diesen aus Zeichnung, Frottage, diversen Papieren, Fotos und Wachs zusammengefügten künstlerischen Bildern immer wieder ein grundsätzliches Nachdenken über das Wesen von Erinnerung. Dies zeigt sich auch in den Polaroids der Künstlerin, die eine konzentrierte, eigene Werkgruppe darstellen. Technische Beobachtungen (z.B. des „Rauschens“ als einer physikalischen Größe) schlagen sich hier in eigenen ästhetischen Entwürfen nieder: „Die Polaroidkamera macht Erinnerung sichtbar. Sie hat einen subjektiven und fehlerhaften Blick auf die Welt. In ihr rauscht die Gegenwart und hinterlässt einen vagen Blick auf Vergangenes“. Diesen finden wir auch in den experimentellen Videoarbeiten, die bei aller technischen Raffinesse manchmal fast wie bewegte, verblichene Bilder aus einem Familienalbum vergangener Tage wirken.
VITA1973: geboren in Timișoara, Rumänien 1979: Familie wandert nach Deutschland aus 1993 – 1996: Lehre als Vergolderin / Fassmalerin 1996 – 1999: Ausbildung zur Restauratorin in Nyköping, Schweden 1999 – 2003: Diplomstudium der Konservierung und Restaurierung an der Hochschule der Künste Bern, Schweiz Seit 2010: freischaffend künstlerisch tätig 2016 – 2020: Bachelorstudium Interaktive Medien an der Hochschule Augsburg Seit 2022: Lehrbeauftragte der Fakultät für Gestaltung, Hochschule Augsburg | AUSZEICHNUNGEN2013: Kunstpreis der Stadt Krumbach für Heimat ist Anderswo, 2013, Fotoalbum, verschiedene Papiere, 34 x 21 x 6 cm 2014: SPARDA-Innovationspreis für kulturelle Bildungsprojekte, Projektstipendium des BMBF 2016: Gewinnerin im Wettbewerb für das Design einer Ehrenmedaille des Sports im Landkreis Augsburg 2022: Kunstpreis des Landkreises Augsburg WEITERE INFORMATIONEN |
2021 – Wolfgang Minaty
Würdigung für jahrzehntelanges literarisches Schaffen
Mit der jährlichen Kunstpreisverleihung würdigt der Landkreis Augsburg das kreative Schaffen regionaler Kunst- und Kulturschaffender – von Jahr zu Jahr steht dabei eine andere Ausdrucksform im Vordergrund. Im Jahr 2021 widmete sich die Auszeichnung dem Bereich der Belletristik. Die Fachjury, bestehend aus Prof. Dr. Helmut Koopmann (ehemals am Lehrstuhl für Neuere deutsche Literaturwissenschaft der Universität Augsburg tätig), Peter Dempf (Schriftsteller und Gymnasiallehrer am Justus-von-Liebig Gymnasium, Kunstpreisträger im Jahr 2001) und Dr. Helmut Gier (ehemaliger Bibliotheksdirektor der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg), hat sich in diesem Jahr für den Bobinger Schriftsteller Wolfgang Minaty entschieden. Der Kunstpreis ist mit 3.500 Euro Preisgeld dotiert.
Wolfgang Minaty, Jahrgang 1947, ist studierter Germanist und Historiker, hat viele Jahre als Redakteur einer überregionalen Tageszeitung gearbeitet und ist aktuell als freier Journalist in Bobingen tätig. In seinen Werken setzt sich Minaty unter anderem intensiv mit dem Renaissance-Maler Matthias Grünewald auseinander, der Loreley, Alfred Döblin und der Eisenbahn. Über fast fünf Jahrzehnte hinweg steuerte Minaty zudem hunderte Essays, Glossen, Skizzen, Porträts, Interviews und Reportagen in Zeitschriften und Zeitungen bei. Im Rahmen der feierlichen Verleihung im Unteren Schlösschen in Bobingen sagte Jurymitglied und Laudator Prof Dr. Koopmann über Minatys literarisches Gesamtwerk: „Nichts ist nur so hingeraunt oder hergeflüstert. Minaty hat, worüber er auch schrieb, genau recherchiert, gesammelt, was zum Thema gehörte, und das mit der Sorgfalt eines Wissenschaftlers kommentiert, der sein Wissen verständlich kommunizieren kann, ohne je ins Banale oder Abgeschmackte zu verfallen.“
Landrat Martin Sailer, der den Kunstpreis übergab, ergänzte: „Der große Mehrwert, den Schriftsteller wie Sie unserer Gesellschaft bieten, ist ein neuer Blickwinkel auf die größeren und kleineren Details unserer Lebenswirklichkeit. Beobachter wie Sie, die unsere Welt gedanklich durchdringen und treffend in Worte fassen können, bereichern uns jeden Tag.“ Wolfgang Minaty ist der insgesamt sechste Kunstpreisträger im Bereich Belletristik.
Der moderne Flaneur - Laudatio von Prof. Dr. Helmut Koopmann
2020 – Stephan Eckl
Fantasie und Lebensfreude
Seit vielen Jahren leitet Stephan Eckl das Theater EUKITEA als Geschäftsführer und Künstlerischer Leiter. Mit seinen Theaterproduktionen begeistert er dabei Jung und Alt. Die Bandbreite seines Schaffens reicht von klassischen Theaterproduktionen über Symposien, Ausstellungen, Musikveranstaltungen, Open-Air-Projekten bis hin zu Workshops für Pädagogen und Pädagoginnen oder Theater-Workshops für Kinder. Bei all dem weiß Stephan Eckl die Kraft der Fantasie nachhaltig einzusetzen: Neben der Freude am gemeinsamen Schaffen zeichnet sich seine Arbeit insbesondere durch ein unermüdliches Engagement auf dem Gebiet der Prävention für Kinder und Jugendliche aus.
THEATERSTÜCKE (AUSWAHL)1987: „Ozelots Traum“, Theaterproduktion für Kinder 1992: „Spielwerks Faust“, Theaterproduktion Jugendliche und Erwachsene 1994: „Eigentlich wollte ich fliegen“, Theaterstück zur Gewaltprävention 1998: „Starke Kerle, wilde Mädchen“, Mut- Mach- Stück 2002: „Lachen verboten!“, Theaterproduktion für Kinder 2004: „Ich und Du – und die Sprache des Herzens“, Theater zur Gewaltprävention 2007: „Faust 2 – eine Nachtreise“, experimentelle Theaternacht im Wald 2012: „Sophie Scholl – Innere Bilder“, biographisches Theater 2013: „Am Zauberfluss der Farben“, Theaterspiel zur Förderung kindlicher Kreativität, Fantasie und Lebensfreude 2015: „Am Rande des Regenbogens“, Theaterstück zur Resilienzförderung 2017: „Violas magisches Friedensalphabet“, Theaterstück zur Friedensbildung 2018: „Marco, bist du stark?“, Theaterproduktion zur Radikalisierungsprävention 2020: „Der Alchimist“, Inszenierung für Erwachsene nach P. Coelho 2022: „Zauberlied“, Theaterstück für Kinder zum Umgang mit Angst | VERÖFFENTLICHUNGEN2013: Buch „Durch die Wut gehen“ 2014: Buch „Theaterspiel schafft Lebenssinn, (m)ein Weg“ 2016: Buch „Vom Mut Ich selbst zu sein“ 2020: Kartenset „Govindas magisches Friedensalphabet“
|
VITA1959: geboren in Augsburg 1980 – 1984: Theaterausbildung in der freien Szene | Aufbau der Theatergruppe „Kuddelmuddel“ mit Theaterstücken für Kinder in München Ab 1983: Aufbau des freien Theaters „Spielwerk“ in Walkertshofen Ab 1984: Tätigkeit als Schauspieler, Stückentwickler, Regisseur und Co-Leitung des Theaters „Spielwerk“ | Internationale Theatertouren mit Workshops und Theateraufführungen 1993: Übernahme der Leitung des Theaters „Spielwerk“ Seit 1994: Entwicklung präventiver Theaterstücke für Kinder und Jugendliche 1999 – 2011: Leiter der Kulturpädagogik-Ausbildung, Schwerpunkt Theaterpraxis des Bayerischen Jugendrings 2004: Gründung der „Spielwerk“-Zweigstelle in Berlin 2006: Umfirmierung „Theater Spielwerk“ in „Theater EUKITEA gGmbH“ 2007: Eröffnung des internationalen Theaterhauses „Eukitea“ in Diedorf Seit 2007: Künstlerische Leitung und Geschäftsführung von „Theater EUKITEA gGmbH“ | AUSZEICHNUNGEN(für das Theater EUKITEA und Stephan Eckl) 2010, 2011, 2013: UNESCO Auszeichnung für die Theaterarbeit im Bereich Erziehung zur Nachhaltigkeit 2011: European Prevention Award 2013: Marion-Samuel-Preis der Stadt Augsburg und der Stiftung Erinnerung für „Sophie Scholl – innere Bilder“ 2013: Deutscher Förderpreis Kriminalprävention, Münster 2015: Brandenburgischer Landespräventionspreis 2016: „Tribute to Bambi“-Förderung eines Theaterprojekts zur Prävention von (Cyber-)Mobbing 2019: Ehrenpreis des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes 2020: Kunstpreis des Landkreises Augsburg WEITERE INFORMATIONEN |
Hier finden Sie alle bisherigen Kunstpreisträger und Kunstpreisträgerinnen des Landkreises Augsburg seit 1989 für die Bereiche: Musik, Darstellende Kunst, Belletristik, Bildende Kunst zweidimensional sowie Bildende Kunst dreidimensional.
1989
Frau Erika Lux, Pianistin
1991
Herr Roland Götz, Experte und Künstler im Bereich alter Tasteninstrumente und in der Ausführung der entsprechenden Musik
1994
Herr Jochen Schwarzmann, Aystetten, Klarinette, Dirigent
1999
Herr Lothar Uth, Fischach, Dirigent, Solist, Dozent
2004
Herr Ludwig Schmalhofer, Bobingen, Viola, Leiter Kammerorch. Bobingen
2009
Herr Christian Stock, Neusäß, Jazzbassist
2014
Herr Bruno Weil, Stadtbergen, Dirigent; undotierte Würdigung: Nathalie Schmalhofer, Bobingen, Violine
2019
Herr Johannes Ochsenbauer, Kutzenhausen, Kontrabass
2024
Herr Wolfgang Scherer, Königsbrunn, Musiker (Geige, Bratsche), Dirigent und Musikpädagoge; undotierte Würdigung: Marius Herb, Hirblingen, Organist
1990
Spielwerk Walkertshofen (jetzt Spielwerk e. V., Diedorf) Theater (besonders für Kinder u. Jugendliche)
1995
Moussong – Theater mit Figuren, Thannhausen, Theater mit Figuren
2000
Herr Rainer Braune, Neusäß, Regisseur, Autor, Komponist
2005
Frau Ulla Kling, Stadtbergen
Theater POTZ BLITZ/YPSILON, Frau Birke Lindner, 86866 Mickhausen
und Schauspielgruppe Neusäß e. V., Frau Siegrid Ihlenfeldt, Neusäß
2010
Klexs Theater, Frau Gabriele Beier, Diedorf-Anhausen
2015
keine Vergabe
2020
Herr Stephan Eckl, Walkertshofen
2025
Frau Marina Lötschert, Stadtbergen
1996
Herr Karl Greisinger, Neusäß-Steppach
2001
Herr Peter Dempf, Stadtbergen
2006
Herr Rainer Braune, Neusäß
2011
Herr Siegfried Welty, Diedorf
2016
Herr Prof. Dr. Michael Lichtwarck-Aschoff, Stadtbergen
2021
Wolfgang Minaty, Bobingen
1992
Herr Friedrich Kuhn, Königsbrunn
1997
Herr Norbert Michael Kiening, Diedorf-Hausen
2002
Frau Erika Berckhemer, Diedorf
2007
Herr Andreas Decke, Zusmarshausen
2012
Herr Harry Meyer, Stadtbergen
2017
Herr Jan Walter Junghanss, Stadtbergen
2022
Frau Erika Kassnel-Henneberg, Anhausen (Diedorf) und Frau Andrea Sandner, Stadtbergen
1993
Herr Clemens Brocker, Neusäß-Ottmarshausen, Plastiken, Installation
1998
Herr Klaus Goth, Augsburg, Kunst und Bauen
2003
Herr Norbert G. Zagel, Langweid, Bildhauer
2008
Herr Achim Stiermann, Neusäß, Installationen
2013
Herr Wolfgang Schenk, Welden-Reutern, Installationen
2018
Frau Keiyona Constanze Stumpf, Diedorf, Töpferei/ Tonkunst
2023
Herr Hans Malzer, Adelsried, Bildhauer; undotierte Würdigung: Mariella Kerscher, Königsbrunn, Skulptur/ Installation
Kunstpreis
86150 Augsburg
Mo. bis Fr. 07:30 - 12:30
Do. 14:00 - 17:30