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Kunstraum Landratsamt

Das Projekt Kunstraum Landratsamt bietet eine zentrale Ausstellungsfläche für Kunstschaffende des Landkreises Augsburg. Dabei sollen die ausgestellten Kunstwerke nicht nur die Gänge des Gebäudes verschönern, sondern Besucher und Besucherinnen auch zu einer ästhetischen Auseinandersetzung mit ihrer Umgebung motivieren. Denn: Kunst ist keine Nebensächlichkeit. Ästhetische Bildung ist ein wichtiger Baustein in der Entwicklung der Wahrnehmungs- und Gestaltungsfähigkeiten. Um etwas zu begreifen oder ausdrücken zu können, ist der bildliche Zugang nicht etwa eine alternative Lösung, sondern er gehört, genau wie Sprache und Mathematik, zur Grundausstattung des Menschen.

Der Kunstraum Landratsamt schafft Begegnungsräume, in denen die Besucher und Besucherinnen des Landratsamts einen Teil der künstlerischen Vielfalt der Region kennenlernen können. Das Projekt dient der Förderung der Kunstschaffenden und bietet den Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit, in den ausgestellten Kunstwerken immer wieder neue Aspekte des Landkreises zu entdecken.

Wir laden Sie herzlich dazu ein, den Kunstraum Landratsamt zu besuchen und die Werke lokaler Künstler und Künstlerinnen zu erkunden!

 


 

Veranstaltungen & Ausschreibungen


Verlängerung der Ausstellungen bis zum 30. September 2026!

Auf den Gängen des Landratsamtes Augsburg hängen seit einigen Jahren die Kunstwerke von Künstlerinnen und Künstlern aus der Region, die sich interessierte Besuchende der Behörde kostenfrei zu den Öffnungszeiten ansehen können. Um der Vielfalt der unterschiedlichen Kunstschaffenden und deren Werke Raum zu verschaffen, fand ein Wechsel der aktuellen Ausstellungen statt.
Kunstinteressierte können die neuen Ausstellungen von acht Kunstschaffenden aus dem Landkreis Augsburg immer zu den regulären Öffnungszeiten des Landratsamtes kostenfrei und ohne Voranmeldung besuchen (Montag bis Freitag von 7.30 bis 12.30 Uhr und Donnerstag von 14 bis 17.30 Uhr).



Aktuelle Ausstellungen 2025/26
 

Öffentliche Führungen durch den Kunstraum Landratsamt mit der Kulturbeauftragten Christina Sammüller.

Beim Kunstraum Landratsamt handelt es sich um die Gänge des Landratsamts Augsburg, die eine zentrale Ausstellungsfläche für Kunstschaffende des Landkreises Augsburg bieten.
Der Kunstraum Landratsamt dient der Förderung der Kunstschaffenden und bietet den Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit, einen Teil der künstlerischen Vielfalt der Region kennenzulernen.
Besuchen Sie den Kunstraum Landratsamt und erkunden Sie zusammen mit der Kulturbeauftragten des Landkreises Augsburg, Christina Sammüller (Kunsthistorikerin), das reiche Spektrum lokaler Kunst!

Termine:

  • Donnerstag, 29. Oktober 2026, 16.30 – 17.30 Uhr
  • Donnerstag, 26. November 2026, 16.30 – 17.30 Uhr
  • Donnerstag, 17. Dezember 2026, 16.30 – 17.30 Uhr
  • Donnerstag, 21. Januar 2027, 16.30 – 17.30 Uhr
  • Donnerstag, 18. Februar 2027, 16.30 – 17.30 Uhr

Weitere Infos:

Die Teilnehmerzahl ist auf 15 Personen begrenzt, eine vorherige Anmeldung unter Tel.-Nr. 0821-3102 2547 oder per E-Mail [email protected] ist erforderlich. Das Angebot ist kostenfrei.
Treffpunkt ist vor dem Eingang des Landratsamts Augsburg, Prinzregentenplatz 4, 86150 Augsburg.
 



Ausstellende Künstlerinnen & Künstler

Verena Blunck-Mader

Mit ihrer Ausstellung im Kunstraum Landratsamt stellt Verena Blunck-Mader (@fotokuenstlerin.bluma) die Frage, ob auch ein Post eine künstlerische Arbeit ist. Sie vereint damit den Zeitgeist der Kunstpräsentation auf der Bildplattform Instagram mit der gewohnten Präsentation von Fotografie im musealen Rahmen begehbarer Ausstellungen.
Welchen Weg schlägt man ein, wenn man Wort/Bildarbeiten als Künstlerin oder Künstler öffentlich macht? In Hashtag. Ohne Jury. Mit Algorithmus. Für „likes“? Ist es #kunst ? Oder bleiben es Beiträge, Statements im unfassbaren Raum.
Die im Kunstraum Landratsamt und auf Instagram gezeigten Arbeiten der Fotokünstlerin laufen unter dem Titel „Von Schattenpflanzen & Wassermenschen“. Sie sind unter #streetphotographie #photoart einzuordnen und werfen einen unkonventionellen Blick auf den Menschen und sein Habitat. Kombiniert mit einem sensiblen Gespür für Komposition und Momentaufnahmen entstehen Fotokunstwerke, die überraschen, nachdenklich stimmen und schmunzeln lassen. Die Worte dazu – sei es im Titel, in Hashtags oder kurzen Statements auf Instagram – sind zeitbezogen und verdeutlichen das visuelle Denken der Künstlerin. Worte und Gedanken werden bildhaft gesehen. Mal kritisch, mal humorvoll. Immer im Kontext.
In ihrer künstlerischen Ausbildung im Bereich Audiovisuelle Medien in Graz und der über 25-jährigen Tätigkeit als Kinderfotografin, hat Verena Blunck-Mader die Kamera immer als Werkzeug, als „Pinsel“ für ihre poetischen Bildarbeiten verwendet. Hinzu kommt ihr breites Schaffensprektrum in der Kunst und im Design. Auch die kreative Verwendung von Worten wird in ihrer Kunst bildhaft lesbar.

Verena Blunck-Mader lebt und arbeitet in Neusäß-Steppach.

Text: Verena Blunck-Mader

Weitere Informationen & Kontakt:

DERZEIT – bluma.jetzt

Andreas Decke

„In meinen Arbeiten wird das Verhalten der Farbigkeit im Zusammenspiel von Form, Licht und ihrem atmosphärischen Umfeld konzentriert behandelt.
Der Malerei geht ein Beobachten des optischen Gesamteindruckes voraus, sozusagen ein malerisches Sehen. Daraus resultieren auch meine klassischen 
Sujets, nämlich Stillleben, Interieur und Landschaft. In Farbwertigkeit und Pinselstruktur erfahren alle Bildelemente in meinen Gemälden eine Gleichbehandlung. 
Die Reduzierung des realen Umfeldes auf das rein Malerische bewirkt eine einer Art abstrakte Gegenständlichkeit.“

Kontakt

www.andreas-decke.de

Vita

Geboren 1961 in Würzburg, lebt und arbeitet in Zusmarshausen
1983 bis 1987 Studium an der FH Augsburg im Fachbereich Gestaltung/Umweltgestaltung und Denkmalpflege Abschluss: Dipl. Designer (FH)
seit 1988 tätig als freischaffender Künstler
seit 1992 Mitglied im BBK Schwaben Nord und Augsburg e.V.

Einzelausstellungen u.a.:

1988 Galerie Ruißing, Augsburg
1999 „Stille Orte“, Schwäbisches Volkskundemuseum, Oberschönenfeld
1999 Museum Zusmarshausen
2000 „Malerei“, Kulturforum „abraxas“, BBK-Galerie, Augsburg (Katalog – Debütantenpreis)
2000 Galerie am Schloss, Markt Rettenbach
2006 Städtische Galerie, Wertingen
2007/08 „Violette Schneereste“, Schwäbisches Volkskundemuseum, Oberschönenfeld (Katalog)
2008 „Licht“, Mittelschwäbisches Heimatmuseum Krumbach
2009 „Stillleben“, Museum Zusmarshausen
2009/10 Keim-Farben, Diedorf (Edition Jahreskalender 2010)
2010 „Häuslich“, Kunstverein Bobingen
2012 Galerie Moderne, Bad Zwischenahn Kunstverein Kaisheim

Kunstpreise:

1999 Kunstpreis „Große Nordschwäbische Kunstausstellung“, Donauwörth
1999 Kunstpreis der „Arno-Buchegger-Stiftung“, Augsburg
2000 Debutantenpreis des Bayer. Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst (Katalog)
2007 Kunstpreis des Landkreises Augsburg
2010 Kunstpreis der Stadt Krumbach
2012 Magnus Remy Kunstpreis, Irsee

Ankäufe:

Stadt Donauwörth, Volkskundemuseum Oberschönenfeld,
Stadt Marktoberdorf, Stadt Augsburg, Stadt Krumbach, Landkreis Augsburg

Ansgar Dressler

Ansgar Dresslers künstlerischer Werdegang ist ebenso facettenreich wie sein Leben. Tiefgreifende Ereignisse und die damit verbundene Suche nach innerer Balance führten ihn an einen Wendepunkt: Anstatt an den Schwierigkeiten zu zerbrechen, entschied sich Dressler, seine Kunst zu einem Werkzeug der Heilung und Transformation zu machen. Ein impulsiver Moment im Atelier wurde zur Initialzündung für die Entwicklung eines einzigartigen Malstils – roh, ehrlich, und zutiefst emotional.
Seine Werke, abstrakte Acrylgemälde, spiegeln die Polarität des Lebens wider: explosive, ungezähmte Energie, geboren aus seinen intensivsten Gefühlen (Serie „Spirits of Skies“), trifft auf eine ruhige Tiefe, die Zufriedenheit und Gelassenheit ausstrahlt (Serie „Spaces for the Traveling Mind“). Jedes Werk erzählt eine Geschichte von Wandlung und den Kräften, die uns formen, und wird so zu einer Brücke zwischen Chaos und Harmonie.
Mit der im Kunstraum Landratsamt gezeigten Werkserie „Spirits of Skies“ entfesselt Ansgar Dressler eine rohe Energie, die durch explosive Farbkontraste und dynamische Bewegung spürbar wird. Die kraftvollen, impulsiven Farbexplosionen erzeugen eine vibrierende Spannung, die den Moment des kreativen Ausdrucks einfängt. Dabei folgt die Komposition keiner strengen Ordnung, sondern entsteht intuitiv – ein direkter Ausdruck innerer Impulse und Emotionen. Gerade diese ungefilterte Spontaneität macht die Serie so atemberaubend. Die Farben scheinen sich schwebend im Raum und in einem ständigen Wandel zu befinden, als würden sie auf der Leinwand weiterleben. Die bewusste Kontrolle des Chaos wird hier zur einzigartigen Kunstform.

Ansgar Dressler lebt und arbeitet in Gablingen.

Weitere Informationen & Kontakt:

www.ansgardressler.com

Andrea Groß

Über viele Jahre hinweg hat Andrea Groß sich die Technik des Linolschnitts, mit seinen gestalterischen Möglichkeiten und Grenzen, zu eigen gemacht. In ihren feinsinnigen Kompositionen kombiniert sie ausdrucksstarke Figuren und reduzierte Formen mit satten Farben oder flächigen Mustern. Ihre unverkennbare Bildsprache tritt auch in den Collagen klar hervor, die sie ausgehend von ausgewählten Ausschnitten ihrer Linoldrucke entwickelt. Den reinen Linolschnitten stilistisch nah, entfalten die Collagen durch den Einsatz unterschiedlicher Materialien doch eine ganz eigene, verspieltere Wirkung.
Die Ausstellung „Goldene Träume“ im Kunstraum Landratsamt bietet einen vielschichtigen Überblick über unterschiedliche, auch neue Werkreihen der Künstlerin.
„Barke“, „Fallende Blätter“, „Zeit vergeht“ und „Schwestern“ bilden gemeinsam eine weiter gefasste Werkgruppe, die über mehrere Jahre entstand. Darin behandelt Andrea Groß Themen, die uns alle betreffen, und findet feinfühlige Bilder dafür, dass Sterben und Vergehen auch als Verwandlung verstanden werden können.
Die Inspiration für Themen, Motive und Farbigkeit sammelt Andrea Groß im Alltag und auf Reisen. Die Serie „Lieblingsinsel“ entstand über einige Jahre hinweg auf Kreta – einem wichtigen Ort der Inspiration und Muse für Andrea Groß, an den sie immer wieder zurückkehrt. In die Gestaltung der Collagen fließen nicht nur visuelle Eindrücke des Insellebens, sondern immer wieder auch Fundstücke wie Plastikmüll vom Strand ein.

Andrea Groß lebt und arbeitet in Stadtbergen.

Text: Carina Kaminski

Weitere Informationen & Kontakt:

www.andreagross.de

Elisabeth Haslauer

Die Technik des Scherenschnitts ist manchen noch aus den Poesiealben bekannt: idyllische Märchenszenen, die von zarten Blumenranken eingerahmt sind, kleinformatige, beschauliche Bildchen. Diese Technik wendet Elisabeth Haslauer im großen Format an und bricht damit mit der traditionellen Form. Gleichzeitig übernimmt sie die Mittel und Ausdrucksformen: den Kontrast zwischen Schwarz und Weiß, das Gestalten mit Durchbrüchen, Musterungen und Strukturen.
Die schwarze Silhouette, die im Gegenlicht entsteht oder als Schatten an die Wand geworfen wird, reduziert die dreidimensionale Welt auf die Fläche, „verschluckt“ Details, die man in der schwarzen Form nur noch erahnen kann. Gleichzeitig lässt sie Charakteristisches hervortreten. So wird eine magische, manchmal auch unheimliche Stimmung erzeugt, die sich Elisabeth Haslauer in ihren Naturbildern zunutze macht. Zum einen übernimmt sie die typischen Motive des traditionellen Scherenschnitts wie Pflanzen und versucht, diesen durch eine besondere Ansicht oder Anschnitte Frische und Spannung zu verleihen. Zum anderen ist sie auf der Suche nach neuen, ungewöhnlichen Motiven in dieser Technik, die einen neuen Blick auf die Dinge eröffnen.
Als Werkzeuge verwendet Elisabeth Haslauer Cutter, sodass man eher von „Cut-outs“ oder von Papierschnitten als von Scherenschnitten sprechen kann. Seit 2020 beschäftigt sich die Künstlerin mit dieser Technik und sieht darin eine reizvolle Alternative zu ihrer Malerei. Dennoch stehen für sie beide Techniken – so unterschiedlich sie auch wirken mögen – nicht im Gegensatz zueinander, sondern ähneln sich in einem wesentlichen Punkt: Sowohl die Malerei als auch der Papierschnitt geht von der Fläche aus. Nur fehlt bei Letzterem die Farbe. So werden die Mittel extrem reduziert. Schwarz oder Weiß? Graustufen müssen anders als bei der Malerei erzeugt werden. Das Bild lebt von der Spannung zwischen geschlossenen und offenen, zwischen schwarzen, weißen oder strukturierten Flächen. Der Zwischenraum gewinnt an Bedeutung, ebenso die Umrisslinie, die Silhouette.

Elisabeth Haslauer lebt und arbeitet in Neusäß.

Text: Elisabeth Haslauer

Kurt Haubelt

Kurt Haubelt wurde 1940 in Plachtin (ehem. Böhmen) geboren und verbrachte seine Kindheit bis 1956 in Dinkelscherben. Anschließend zog er nach Kloten bei Zürich in die Schweiz, wo er bis 1969 lebte. Seitdem ist Gersthofen sein Zuhause.
Haubelt begann seine künstlerische Ausbildung an der Freien Kunstschule Zürich unter der Anleitung von Professor Gross und vertiefte sein Können in der Sommerakademie bei dem renommierten Maler Oskar Kokoschka.
Seine Liebe zur Kunst, speziell zur Malerei, wurde bereits früh durch den Beruf des Vaters als Freskenmaler im kirchlichen Bereich geweckt. Seine eigene künstlerische Karriere ist geprägt von zahlreichen Einzel- und Kollektivausstellungen sowohl im In- als auch im Ausland. Seit Gründung des Kulturkreises Gersthofen ist er dort ständiges Mitglied und hat an zahlreichen Ausstellungen mitgewirkt.
Stilistisch lässt sich Kurt Haubelt in keine Schublade stecken. Ihn fasziniert die Vielfalt der möglichen Ausdrucksformen. „Kunst muss Spaß machen“, so das Motto des Künstlers, das er in der Abwechslung verschiedener Stile, abstrakter und figurativer Motive auslebt. Viele seiner Bildkompositionen weisen symbolistische Züge auf und wollen von den Betrachtenden entziffert werden. Hinweise auf die vom Künstler intendierte Bedeutung liefern oftmals die Bildtitel. Inspiration findet Kurt Haubelt in den Kunstströmungen des 20. Jahrhunderts, auf Reisen und in der aufmerksamen Beobachtung von Mensch und Gesellschaft.

Kurt Haubelt lebt und arbeitet in Gersthofen.

Text: Kurt Haubelt, Carina Kaminski

Brigitte Heintze

Brigitte Heintze ist eine vielseitige Künstlerin, deren Liebe zur Landschaft durch Arbeitsstipendien in Finnland und Bulgarien sowie mehrere Aufenthalte in Brasilien neu entfacht wurde. Die im Kunstraum Landratsamt gezeigte Ausstellung „Kann Spuren von Landschaft enthalten“ spiegelt diese Hinwendung und Faszination in den präsentierten Arbeiten wider.
Wenn sich Brigitte Heintze in ihrer Kunst mit Landschaft beschäftigt, geht es ihr weniger um die genaue Wiedergabe des Gesehenen, sondern vielmehr um die kleinen Dinge am Rande – um Fundstücke, Spuren und Strukturen. Diese Elemente erzählen oft interessante Geschichten und eröffnen eine andere Sichtweise auf die Landschaft. „Indem ich sie in den Fokus rücke, schaffe ich eine Verbindung zwischen dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren, zwischen dem Alltäglichen und dem Besonderen, zwischen der Land-schaft und meinen Gefühlen“, erklärt die Künstlerin.
Bereits die Titel ihrer Arbeiten deuten an, dass es Brigitte Heintze nicht um die Abbildung realer Landschaft geht. Er dient dazu, die Fantasie der Betrachtenden anzuregen, soll Raum für eigene Interpretationen lassen und das Hauptanliegen der Künstlerin vermitteln: emotionale und kulturelle Erfahrungen in der Landschaft zu erkunden. Bei der Auswahl der Arbeiten hat sich Heintze für eine Mischung aus aktuellen und älteren Arbeiten entschieden, um den Besucherinnen und Besuchern einen Einblick in ihre künstlerische Entwicklung der letzen Jahre zu geben. Auch werden die unterschiedlichen Einflüsse Bulgariens und Finnlands sowie die Eindrücke aus Brasilien deutlich. Zu sehen gibt es in der Ausstellung sowohl Malerei als auch Druckgrafik (Radierungen oder überarbeitete Radierungen). Entscheidend für die Wahl der Technik ist für Brigitte Heintze, welche Gefühle, Eindrücke und Wirkungen sie vermitteln möchte.

Brigitte Heintze lebt in Stadtbergen und arbeitet in Augsburg-Göggingen.

Text: Brigitte Heintze und Carina Kaminski

Weitere Informationen & Kontakt:

www.brigitte-heintze.com

Erika Kassnel-Henneberg

In der Ausstellung „Einsames Jagen“ zeigt die als Videokünstlerin bekannte Erika Kassnel-Henneberg, die 2023 mit dem Kunstpreis des Landkreises Augsburg ausgezeichnet wurde, frühe Arbeiten, die ihren Ursprung in der Fotografie dokumentieren: Cyanotypien, Intagliotypien und Papierplattenlithografien zeigen zum Teil stark verfremdete fotografische Motive, die in ihrer Isolation und Serialität eine eigene Geschichte entfalten. Sie erzählen von der Suche nach Identität und Heimat – eine obsessive Jagd nach dem verlorenen Paradies, das es womöglich nie gegeben hat.
Ein großer Teil der Arbeiten wird zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert und liegt in Kleinstauflagen vor.

Erika Kassnel-Henneberg lebt und arbeitet in Diedorf.

Text: Erika Kassnel-Henneberg

Weitere Informationen & Kontakt:

www.eri-kassnel.de

Norbert Kiening

„Norbert Kiening erzählt in den Bildern keine bestimmte Geschichte, die sich überprüfbar nacherzählen ließe. Er gibt sich nicht allwissend.

Er bemüht sich lediglich um die Stimmigkeit der farblichen und formalen Elemente. Diese Elemente vereinigt er zu einem irgendwie nacherlebbaren inneren Geschehen, zu einem „stream of consciousness“ (Bewusstseinsstrom), zu einem inneren Monolog.

Die Offenheit und der Bewusstseinsstrom rufen im Betrachter unterschiedliche energetische Wirkungen hervor: Die titellosen Bilder erscheinen mir wie exotisch blühende Landschaften oder wie Sätze aus einer Sinfonie in Dur oder Moll oder wie Konstrukte aus Wolken und Blumen oder wie lyrische Zeichen der kosmischen Elemente. Die Künstler des Rokoko schufen im Stuckmarmor der Säulen und Antependien vergleichbare symbolhaltige Farbgebilde.“ (Fridolin Haugg)

Kontakt

www.norbert-kiening.de


Vita

Geboren 1959 in Dachau
Norbert Kiening lebt und arbeitet in Diedorf.

Beruflicher Werdegang
1978 – 1979: Buch- und Offsetdrucker, Dachau
1983 – 1988: Diplom Designer (FH), Fachhochschule Augsburg
1987: Studienaufenthalt in USA, Kalifornien
Seit 1989: Freischaffender Künstler, Augsburg
1992: Arbeitsaufenthalt in USA Johnson /Vermont, Stipendium »Vermont Studio Center«
1993: Arbeitsaufenthalt in USA Johnson/Vermont, New York, USA
1994: Meisterkurs bei Frank Stella
1996: Arbeitsaufenthalt in USA Johnson /Vermont, Stipendium »Vermont Studio Center«
Seit 2005: Vorstand im Präsidium des Berufsverbands Bildender Künstler Schwaben Nord und Augsburg und Mitwirkung im Landesvorstand des BBK – Bayern
2005: Arbeitsaufenthalt in Liberec, Tschechien
2009 – 2012: Mitglied im Baukunstbeirat der Stadt Augsburg
2013 – 2015: Mitglied im Kulturbeirat der Stadt Augsburg
Seit 2015: Mitglied im Baukunstbeirat der Stadt Augsburg

Auszeichnungen und Preise u. a.:

1989: Kunstförderungspreisträger der Stadt Augsburg
1997: Kunstpreis des Landkreises Augsburg
2007: Skulptur zur Stadterhebung, Stadtbergen
2011: Kunstpreis der Stadt Krumbach
2014: Sparkasse Donauwörth
2015: Sonderpreis Zeichnung der Kreis- und Stadtsparkasse Kaufbeuren

Friederike Klotz

Vita

Geb. in Goslar

Studium der Kunstgeschichte und Germanistik in Erlangen
Kunsterziehung, Pädagogik in Würzburg

1975 – 2001: Tätigkeit als Lehrerin

1996 – 2005: zehn Jahre Fortbildung an der Internationalen Sommerakademie für Bildende Kunst in Salzburg bei Professoren aus New York, Kanada, Russland, Polen, Venezuela…

Ausstellungen:

Seit 1989: Beteiligung an Gruppenausstellungen und Einzelausstellungen regional und überregional

Beteiligung an Ausstellungen des Berufsverbandes Bildender Künstler und des Kunstvereins Aichach im Ausland (Frankreich, Polen, Jemen)

2013: Kunstpreis der Stadt Neusäß
 

Kontakt

Friederike Klotz
Lindenstraße 12
86391 Stadtbergen
E-Mail: [email protected]

Harry Meyer

Bereits seit 2010 erfüllt Harry Meyer das ehemalige Schulhaus mitten in Wollishausen mit neuem, nunmehr künstlerischem Leben und findet dort die notwendige Inspiration für sein kreatives Schaffen. Eine wichtige Rolle für seine Arbeit spielt dabei der dazugehörige Garten, dem der Künstler bereits eine ganze Ausstellung im Augsburger Höhmannhaus und ein Katalogbuch (2011) gewidmet hat.

Denn der in Stadtbergen lebende Künstler, der bereits zahlreiche Preise und Stipendien gewonnen hat und auf unzählige Ausstellungen im In- und Ausland zurückblicken kann, beschäftigt sich in seinem Werk intensiv mit der Natur. Diese Auseinandersetzung lässt sich in farbgewaltigen Landschaftsgemälden greifen, die ihren künstlerischen Niederschlag darüber hinaus auch in unzähligen Farbschichten finden. Dadurch besitzen Meyers Werke reliefartige Züge, deren Faszination sich der Betrachter kaum entziehen kann und deshalb immer versucht ist, die Gemälde auch haptisch zu erfahren.

Diese dynamische Kombination von Farbe und Darstellung machen Meyers Werke einzigartig und lassen die Betrachtung seiner Gemälde zu einem wahren Kunstgenuss werden.

Harry Meyer lebt in Stadtbergen und arbeitet in Wollishausen.

Weitere Informationen & Kontakt:

www.harrymeyermalerei.de

Helen Saponova

Die Fotoausstellung #ArtistFromWithinWorkshop umfasst 28 Fotoarbeiten, die jeweils mit zwei Bildern dem Atelier eines Künstlers bzw. einer Künstlerin gewidmet sind. Das Projekt hält die heiligen Arbeitsstätten von Nazar Bilyk, Alisa Gots, Dmytro Grek, Anatolii Krivolap, Pavel Makov, Roman Minin, Vlada Ralko, Oleksii Sai, Nikita Shalenyi, Viktor Sydorenko, Oleh Tistol, Vasiliu Tsagolov, Egor Zigura und Oleksii Zolotar fest.
Die Vorstellung, das Atelier eines Künstlers oder einer Künstlerin zu betreten, erschien der Fotografin Helen Saponova unendlich faszinierend und voller Potenzial. Ihr Projekt ist einzigartig und wesentlich, da es ein unvergleichliches Panorama des Innenlebens dieser herausragenden Persönlichkeiten für unsere kulturelle und soziale Entwicklung bietet. Künstler und Künstlerinnen sind meist unkonventionell, charismatisch, perspektivisch und erfinderisch. Ihre ständigen kreativen Experimente bedeuten, dass der Prozess, die Mechanismen und die Umstände, unter denen ein Werk entsteht, ebenso interessant sein können wie das Ergebnis selbst. Ob wissentlich oder unwissentlich, Künstler und Künstlerinnen formen ihr Werk im Laufe der Zeit. Ihr Atelier ist ein Raum, der auch ihre Leidenschaften und Neigungen dokumentiert. Jeder Künstler und jede Künstlerin hat somit eine einzigartige Welt.
Dieses historische Fotoprojekt will Künstler und Künstlerinnen aus einer ungewöhnlichen Perspektive zeigen, die den Betrachtenden normalerweise verborgen bleibt. Helen Saponova hat sich dabei für den dokumentarischen Stil der Fotografie entschieden, wie man ihn von Archivmaterial kennt, denn auch diese Fotos werden Teil des Kunstarchivs werden, als Knotenpunkte und ausdrucksstarke Linien, die es uns ermöglichen, die Geschichte nachzuvollziehen.

Helen Saponova lebt und arbeitet in Gersthofen.

Text: Helen Saponova

Ilan Scheindling

Familie, Kindheit, Mutterschaft – das sind die Themen der Werke, die Ilan Scheindling für seine Ausstellung im Kunstraum Landratsamt ausgewählt hat. Wie gemalte Schnappschüsse aus dem Familienalbum wirken die Szenen, die gleichermaßen beiläufig wie geheimnisvoll anmuten. Was die Betrachtenden daran fesselt, dürfte genau das sein, was auch den Künstler fesselte und ihn dazu brachte, das Gesehene in seiner Kunst festzuhalten: die eindringlichen Blicke der abgebildeten Personen. Durch sie findet ein stummer Dialog statt, den man beim Betrachten der Bilder nachzuvollziehen versucht. In diesen Blicken stecken mehr als Momentaufnahmen, es sind Vergangenheit und Zukunft darin zu lesen, Gefühle, Ängste und Sehnsüchte, die entziffert werden wollen.
Das Grundgerüst von Scheindlings Kompositionen bilden schwarze Linien, mit denen er Räume skizziert sowie Gegenstände und Figuren zeichnerisch festhält. Was inhaltlich in den Zeichnungen angelegt ist, wird vom Künstler mithilfe von Farbe ausgearbeitet. Selten füllt die Farbe das ganze Bild aus. In den meisten Fällen tritt sie vereinzelt auf, lässt (gedankliche) Freiräume. Der Künstler setzt Farbe gezielt ein, um Stimmungen zu vermitteln und einzelne Elemente hervorzuheben. Er nutzt sie, um Verbindungen zwischen Figuren anzuzeigen (z. B. „Sternewerferin“ und „Beschützerin“) und tieferliegende Bedeutungsebenen zu vermitteln. In „shelter“ beispielsweise symbolisiert die Farbe Blau eine Bedeutungsübertragung von der räumlichen Zuflucht, dem gebauten Rückzugsort (engl. shelter), auf die emotionale Zuflucht, die Mutter.
Für seine Werke verwendet Scheindling Kreiden, Tusche und Acrylfarben. Er arbeitet bervorzugt in Mischtechnik und lässt dabei die Grenzen zwischen Zeichnung und Malerei bereitwillig verschwimmen. Der Ausdruck muss stimmen, dafür sind dem Künstler alle Mittel recht. Das Skizzenhafte gehört zu Ilan Scheindlings Bildsprache dazu. Aus ihm spricht das Bestreben, einen ganz bestimmten, einzigartigen Ausdruck festzuhalten, bevor der Moment oder die Erinnerung daran unwiederbringlich verloren ist.

Ilan Scheindling lebt und arbeitet in Gersthofen.

Text: Carina Kaminski

Weitere Informationen & Kontakt:

www.scheindling.de

Kersten Thieler-Küchle

Vita

geb. 1957, aufgewachsen in Erlangen,
seit 1995 lebt und arbeitet Kersten Thieler-Küchle in Schwabmünchen/Bayern

Studium an der Akademie der Bildenden Künste München
Malerei, Graphik, Bildhauerei, Meisterschülerin von Prof. Alois Gangkofner
1985: Diplom zur akademischen Künstlerin
Studium der Kunstgeschichte an den Universitäten München und Erlangen

Seit 1985: freischaffende Malerin und Bildhauerin
Mitglied im Berufsverband Bildender Künstler Augsburg

2007: Kunstpreis der Stadt Schwabmünchen
2014: Kunstpreis der Stadt Bad Wörishofen
Seit 2009: 1. Vorsitzende des Kunstvereins Schwabmünchen
Seit 2015: Landkreisbotschafterin

Dozentin für bildende Kunst in der eigenen Kunstschule Artefakt an der Augustinum-Akademie München, im Odenwald-Institut, in der Malwerkstatt der Arlberger Kulturtage

Jurorin für die „gute Form“ der Schreinerinnung Schwaben, für den Schäfer-Kunstpreis Schwabmünchen, für den Kunstpreis Kissing/Augsburg

Kuratorin der Galerie 2 Fenster, Augsburg, der Galerie im Krankenhaus Schwabmünchen, des internationalen Symposiums St. Anton, des internationalen Symposiums Izmir, der Ausstellungen des Kunstvereins Schwabmünchen, der Galerie Moreno Landsberg/Lech

Illustration „Muster durchbrechen“ von Prof. Dr. Alfred Mack 2016

Ausstellungen u. a.:

München, Hamburg, Kunstmuseum Düsseldorf, Berlin, Erlangen, Schwabmünchen, Augsburg, Irsee, Landsberg/Lech, Innsbruck, St. Anton am Arlberg, Wien, Florenz, Izmir, New York, Kunstmuseum Ebeltoft/Dänemark

Werke in öffentlichen und privaten Sammlungen

Georg C. Wirnharter (✝ 2025)

Das zentrale Thema dieser Ausstellung sind Eindrücke aus der Umgebung, Gartenansichten, Momentaufnahmen der Natur, Szenenbilder aus der Kleinstadt. Auf den ersten Blick fällt zunächst das technische Geschick des Malers ins Auge. Mit gekonnten, selbstbewussten Pinselstrichen fängt er Bäume, Menschen und Tiere auf der Leinwand ein. Manche Werke gehen in die Richtung des Fotorealismus, andere kommen verträumter daher. Doch was möchte der Künstler mit seinen Bildern bezwecken? Ist es die direkte Wiedergabe der visuell vorgefundenen Szenerie? Der Künstler scheint sich die Wirklichkeit anzueignen, um diese dann verändert in seinen Gemälden als Kunstwerk auszudrücken. Diese Transformation dient jedoch nicht etwa einer Idealisierung, sondern eher einer eindringlicheren Darstellung der Realität.

Wirnharter malt teils großformatig, zieht den Betrachter mit bunten Farben in den Bann seiner Werke. Gleichzeitig erschafft er auch kleine, stillere Gemälde, die geduldig darauf warten, dass sich jemand auf sie einlässt. Der Künstler scheint keinerlei Anspruch auf konventionelle Schönheit an seine Motive zu stellen, eher ein Verlangen nach einer gewissen Relevanz. Alle seine Kompositionen sind geprägt von internen Spannungen, die nicht rein zufällig entstehen, sondern bei der Auswahl des Bildausschnittes gekonnt eingebaut werden. Sie entspringen teils einer im Bild behandelten Juxtaposition, manchmal aber einfach durch die Anordnung durch das Bild laufender Linien und Formen.

So scheinen seine Motive stückweise bieder. Der Betrachter wird konfrontiert mit Ausschnitten aus dem bürgerlichen Leben: Sonntagsspaziergänge, Vorgärten, Straßenansichten. Das Grün des Grases leuchtet an Stellen unnatürlich grell, die Dächer der Nachbarhäuser wirken nah, die Fenster wie beobachtende Augen. Diese Ausstellung ist eine Gratwanderung zwischen Idylle und Unbehagen, die man als Betrachter nur zu gut wiedererkennt.

Bildquelle: Georg C. Wirnharter

Vita

1954: geboren in Aichach (✝ 2025)
1974 – 1978: Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Jürgen Reipka und Thomas Zacharias
1980 – 2017: Kunstlehrer am Holbein-Gymnasium Augsburg
1990: Meisterkurs bei Bernhard Heisig

Ausstellungen u. a.:

Galerie im Studiotheater, München E
Kunstforum der Städt. Galerie im Lenbachhaus, München G
Kunstverein München G
Haus der Kunst, München G
Städtische Galerie Regensburg G
Städtische Galerie Würzburg G
Produzentengalerie im Künstlerhaus Antonspfründe, Augsburg E
Leonard Perlson Gallery, New York E und G
Galerie am Ledergraben, Reutlingen E
Städtische Galerie im Schaezlerpalais, Augsburg E und G
Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen G
Goetheinstitut Beirut G
Städtische Galerie Pristina G
Städtische Galerie Amagasaki G
Galerie am Theater, Fürth E
Städtische Galerie Ljubliana G
Städtische Galerie Nagahama G
Städtische Galerie Wertingen G
Ecke Galerie Augsburg E und G
Kulturhaus Hangzhou G
Siemensgalerie, Augsburg E
KunstWerk, Friedberg E
Kulturverein Renzo Cortina, Mailand G
Schwäbische Galerie Oberschönenfeld E

(E Einzelausstellung, G Gruppenausstellung)

Kontakt

https://wirnharter.com/de

Prinzregentenplatz 4
86150 Augsburg
Öffnungszeiten:
Mo. bis Fr. 07:30 - 12:30
Do. 14:00 - 17:30
Christina Sammüller
Telefon:
0821 3102 2930
Fax:
E-Mail: