Kunstschaffende zu Gast in Öberschönenfeld
Alle zwei Jahre ist „der Landkreis zu Gast im Kunstforum Oberschönenfeld“.
Bedeutende Künstlerpersönlichkeiten der Vergangenheit und der Gegenwart oder Künstlergruppen aus dem Landkreis Augsburg können sich für die vielbeachtete Ausstellungsmöglichkeit in den ehemaligen denkmalgeschützten Ökonomiegebäuden der Zisterzienserinnenabtei Oberschönenfeld bewerben. Die abwechslungsreiche und vielfältige Ausstellungsreihe der letzten Jahren zeichnet ein Bild der lebendigen Kunstlandschaft im Landkreis.
Sehenswertes der letzten Jahre
Hier zeigen wir Ihnen eine Übersicht der bisherigen Ausstellungen im Format „Der Landkreis Augsburg zu Gast im Kunstforum Oberschönenfeld“. Weitere Informationen zum Kunstforum Oberschönenfeld, zu aktuellen und vergangenen Ausstellungen, finden Sie unter: Kunstforum Oberschönenfeld
Brigitte Heintze: Reise-Notizen 2026
Der Landkreis zu Gast im Kunstforum Oberschönenfeld
Lust auf Kunst? Der Landkreis Augsburg war vom 1. März bis zum 14. Juni 2026 wieder zu Gast im Kunstforum Oberschönenfeld (bis 2024 „Schwäbische Galerie“). Die Künstlerin Brigitte Heintze aus Stadtbergen stellte unter dem Titel Reise-Notizen aktuelle Arbeiten aus.
Arbeitsstipendien in Finnland und Bulgarien inspirierten Brigitte Heintze zu den Reise-Notizen. In Gemälden, Papierarbeiten und einer Videoinstallation drückt sich ihre Liebe zu den dortigen Landschaften aus. Dabei hat sie vor allem die kleinen Dinge im Blick wie Spuren im Sand oder Strukturen und Farbklänge von Pflanzen. Ihre Werke öffnen neue Sichtweisen auf die Landschaft: Sie schaffen eine Verbindung zwischen dem Alltäglichen und dem Besonderen, zwischen der Landschaft und den Gefühlen der Künstlerin.
Weitere Informationen: Heintze | Kunstforum Oberschönenfeld
Peter Junghanß, Zeichnungen 1984 – 2024
Der Landkreis zu Gast in der Schwäbischen Galerie | Ausstellung: 19. April bis 23. Juni 2024
„Zeichnen heißt Begreifen“ (Peter Junghanß)
Zeichnen gehört für Architekten zum Handwerkszeug. Es macht Raum, Proportionen und Strukturen begreifbar. Als Professor für freies Gestalten lehrte Peter Junghanß an der Fakultät für Architektur an der Hochschule Augsburg. Dabei haben es ihm zwei Techniken besonders angetan: Die Rohrfeder-Zeichnung und die Kaltnadelradierung. Beide setzen Spontaneität und die Akzeptanz von Zufällen voraus.
Während er bei der Kaltnadelradierung mit einer Stahlnadel direkt in die Metallplatte ritzt, zeichnet er mit der Rohrfeder meist im Stehen mit lockerer Hand auf große Formate. Man spürt den Widerstand des Papiers oder Pappkartons unter der eigenwilligen Feder, die Peter Junghanß aus Schilf oder Bambus schneidet. Am liebsten verwendet er getöntes Papier, um einen harten und aggressiv wirkenden Schwarz-Weißkontrast zu vermeiden. So kommt eine verhaltene Farbigkeit in die Komposition und lässt atmosphärische Tiefe entstehen.
Die Ausstellung gibt, thematisch gegliedert, einen Überblick über 40 Jahre seines zeichnerischen Schaffens. Zu seinen frühesten Arbeiten zählen ausdrucksstarke Porträts, die er vor dem Modell mit Fettkreiden oder Bleistift zeichnete. Darstellungen von Menschen oder abstrahierten Körperteilen haben autobiografische Züge und spiegeln Wahrnehmungen und Erlebnisse wider.
Viele seiner Motive entstanden auf Reisen, wie die Tanzenden 1996 auf dem Dach der Villa Malaparte auf Capri. Workshops mit Studierenden haben ihn an diesen wunderbaren Ort gebracht. Hier schuf er auch eine große, reduzierte Zeichnung der berühmten Villa mit Ausblick auf Landschaft und Meer. Je flüchtiger eine Zeichnung ist, umso mehr Raum lässt sie den Betrachtenden für eigene Assoziationen. Es geht Peter Junghanß nicht um das genaue Abbild, sondern um die spontane Wiedergabe von Eindrücken. So kann man in den lebhaften Strichführungen immer wieder neue Details entdecken.
Nähere Informationen zur Ausstellung finden Sie hier: Ausstellung Peter Junghanss
Veranstaltungsort:
Schwäbische Galerie
Museum Oberschönenfeld
Oberschönenfeld 4
86459 Gessertshausen
Daniel Biskup. Rückblende 1982–2022
Der Landkreis zu Gast in der Schwäbischen Galerie | 8. Mai bis 10. Juli 2022
Retrospektive mit eindrucksvollen Fotografien aus 40 Jahren fotografischen Schaffens
Im Rahmen des 50-jährigen Jubiläums des Landkreises Augsburg zeigte die Schwäbische Galerie eine repräsentative Auswahl aus vierzig Jahren fotografischen Schaffens. Erstmals wurden im Kontext der Retrospektive auch frühe Fotografien von Daniel Biskup gezeigt: unter anderem Menschen, Landschaften und Szenen aus dem Augsburger Land.
Neben der Porträt-Fotografie konzentrierte sich die Ausstellung auf wesentliche politische und gesellschaftliche Ereignisse in Europa. Eine nach Themen strukturierte Auswahl dokumentierte deutsche und europäische Geschichte. Fokussiert wurden dabei auch die jüngsten Entwicklungen bis zum Brexit. Die Fotos von Daniel Biskup lassen uns hinter die Kulissen blicken. Seine Faszination für die Dokumentar-Fotografie ist offensichtlich. Es sind besondere Momente, deren Geschichte er mit der Kamera festhält. Dabei schafft er Bilddokumente von großer Intensität.
Biografie
Daniel Biskup (geb. 1962) gehört zu den besten deutschen Fotografen. Seine Fotos dokumentieren seit 1988 deutsche und europäische Geschichte. Es sind einzigartige und ergreifende Zeitzeugnisse. Neben dem Studium der Geschichte, Politik und Volkskunde in Augsburg entdeckte Daniel Biskup die Fotografie. Bereits 1982 erschien sein erstes Bild auf der Titelseite der Augsburger Allgemeinen Zeitung. Sechs Jahre später begleitete er fotografisch die Perestroika und bald darauf die deutsche Wiedervereinigung.
Veranstaltungsort:
Schwäbische Galerie
Museum Oberschönenfeld
Oberschönenfeld 4
86459 Gessertshausen
Weltenschleifen. Alexandra Vassilikian
Der Landkreis zu Gast in der Schwäbische Galerie | 19. Januar bis 15. März 2020
Einzelausstellung der in Schwabmünchen lebenden Künstlerin mit monumentalen Ölbildern und Arbeiten auf Papier
Ausgehend von Motiven aus der Natur, entwickelt die Künstlerin Alexandra Vassilikian umfangreiche Projekte, die sich bisweilen über einen Zeitraum von zehn Jahren erstrecken, so auch ihre „Schlachtfelder“. Diese großen Gemälde auf Leinwand bildeten den Auftakt der Ausstellung. Sie transferieren Eindrücke, die Alexandra Vassilikian in ihrer Umgebung aufnimmt: In frisch gepflügten Feldern entdeckt die Malerin Motive, die sie zunächst fotografisch festhält, zeichnerisch und malerisch weiterentwickelt, verfremdet und in eine eigene Bildsprache übersetzt. Diese ist von einer starken Räumlichkeit und Plastizität geprägt sowie von feinen zeichnerischen Elementen und differenzierten Farbabstufungen. Belanglos erscheinenden Motiven verleiht die Künstlerin eine neue Bedeutung. Es ist ihr ein Anliegen, mit ihrer monumentalen Malerei Schichten zu historischen Ereignissen freizulegen. Sie will daran erinnern, dass sich unter der Oberfläche des Sichtbaren viele Spuren verbergen. Und auf der anderen Seite geht es ihr darum, Andeutungen, die Träume aufkeimen lassen, ins Spiel zu bringen.
Neue, großteils noch nie gezeigte Arbeiten auf Papier bildeten den zweiten Schwerpunkt der Ausstellung. Dabei greift Alexandra Vassilikian das Thema „Mischwesen“ auf: Menschen, Tiere und Bäume können auf verschiedenste Weisen miteinander verschmelzen, bisweilen auch mit ihrer Umgebung. Suggeriert wird ein Wachsen und Werden, nicht zuletzt durch die Wiederholung bestimmter Formen. Bei diesen ebenfalls auf Fotografien basierenden Malereien reduziert die Künstlerin, wie bei ihren Ölgemälden, ihre Farbpalette auf Grau- und Rottöne.
Sehr vielseitig sind die gestalterischen Ausprägungen dieser Bilder: Transparenten, manchmal wie hingehauchten, ja sich fast entziehenden malerischen Formen steht eine zeichnerische Prägnanz gegenüber. Plastisch ausgearbeitete Formen erinnern an Körperliches. Vielschichtigkeit sowie die Auseinandersetzung mit Urformen und Urthemen durchziehen das Werk der Künstlerin.
Veranstaltungsort:
Schwäbische Galerie
Museum Oberschönenfeld
Oberschönenfeld 4
86459 Gessertshausen
Hannes Goullon. Malerei
Der Landkreis zu Gast in der Schwäbischen Galerie | 21. Januar bis 4. März 2018
Einzelausstellung mit rund zwanzig, meist großformatigen, abstrakten Acrylbildern von Hannes Goullon aus Stadtbergen
Obwohl er seinen künstlerischen Weg erst sehr spät fand, ist Hannes Goullon in Schwaben kein Unbekannter mehr. Das zeigt seine regelmäßige Teilnahme an der Großen Schwäbischen Kunstausstellung sowie an anderen Überblicksausstellungen in Schwaben. Befasst hat er sich schon seit Jahrzehnten mit Zeichnung, Radierung und Bildhauerei, aber die Malerei faszinierte ihn ganz besonders. Er wagt sich an große Flächen und ungewöhnliche Farbzusammenstellungen heran.
In der Regel sind seine Bilder ungegenständlich. Es sind Kompositionen, die oftmals von einer Spannung zwischen Linie und Fläche leben, vom Experimentieren mit verschiedenen malerischen Auffassungen. Meist sind seine Gemälde in Schichten aufgebaut, die jedoch unter der Oberfläche nicht deutlich erkennbar werden. Nachvollziehen kann man allenfalls eine vage Struktur. Unter dem Bild, das sich an der Oberfläche manifestiert, liegt ein ganz anderes, das als verworfene Bildauffassung in rudimentärer Form aber noch sichtbar bleibt. Somit wird das Prozessuale des Malvorgangs deutlich.
Zunehmend arbeitet der Maler Hannes Goullon mit großen, nur diffus in sich gegliederten Flächen. Hinzu tritt ein deutlich abgesetztes Element: Flächig gestaltet setzt dieses Motiv einen Akzent, linear wiedergegeben erinnert es an einen Umriss, manchmal auch an etwas Gegenständliches. Die in der Schwäbischen Galerie ausgestellten Werke aus einem halben Jahrzehnt spiegeln eine große Bandbreite der malerischen Ausdrucksmöglichkeiten wieder. Verbindend ist bei allen diesen gestischen Bildern, dass es nur selten in sich geschlossene Flächen gibt, vielmehr sind sie durchlässig und schwerlich greifbar. Auch die bisweilen auftretenden Umrisslinien bilden keine harten Konturen, auch sie sind in sich brüchig oder nicht eindeutig festgelegt. Somit erscheint alles lebendig, in einem Prozess, in einer Entwicklung begriffen, die „innere Bilder“ entstehen lässt.
Veranstaltungsort:
Schwäbische Galerie
Museum Oberschönenfeld
Oberschönenfeld 4
86459 Gessertshausen
Georg C. Wirnharter: Malerei, Grafik und Tonreliefs. Arbeiten aus 30 Jahren
Der Landkreis zu Gast in der Schwäbischen Galerie | 17. Januar bis 21. Februar 2016
Die umfangreiche Einzelausstellung von Georg C. Wirnharter aus Stadtbergen zeigte Werke aus drei Jahrzehnten
Den detailliert ausgearbeiteten Gemälden standen locker aufgefasste Zeichnungen gegenüber, sie leben durch ihre sichere Strichführung und sind für den Künstler so wertvoll wie ein gutes Bild. Seine Bilder thematisieren einen fortwährenden Dialog zwischen Kunst, Gesellschaft und Alltag. In den späten 1980er und frühen 1990er Jahren löste sich der Künstler von Vorbildern wie Max Beckmann oder Francis Bacon, doch Anklänge an einen karikierenden, überzeichnenden Stil sind durchaus weiterhin bei seinen Figurenbildern vorhanden.
Vorwiegend in Augsburg, aber auch zum Beispiel in Berlin, entstanden seine Städtebilder, die er zunächst fotografisch festhielt und dann malerisch umsetzte. Dabei korrespondieren hässliche, banale und gefällige Motive. Diese sind teils mit klaren Konturen und teils mit vom Sfumato geprägten Partien wiedergegeben. Somit erfährt die Idylle immer wieder einen Bruch, eine Störung. Besonders spannend sind Georg C. Wirnharters Bilder von Menschen bei der Betrachtung von Kunstwerken oder beim Besuch eines Museums: Der Dialog, den er als Maler ständig mit der Kunst führt und zu dem er als Kunsterzieher in seinen Schülern und Schülerinnen anregt, findet hier seinen Widerhall.
Die meisten Motive aus Georg C. Wirnharters Werk stammen aus seiner unmittelbaren Umgebung und basieren auf der direkten Anschauung: das Atelier, der Blick aus dem Fenster, der Garten. Ein Thema, das in allen Schaffensphasen des Künstlers einen großen Raum einnimmt, ist die Darstellung seines Ateliers. Arbeitsutensilien, Bilder und Skizzen, Bücher und Kunstkataloge, Objekte für Stillleben und schließlich das Aktmodell werden hier in Szene gesetzt. Die Auseinandersetzung mit dem menschlichen Körper stellt für den Künstler die interessanteste Aufgabe dar. Verschiedenste Körperhaltungen in unterschiedlichen Raum- und Lichtsituationen hält er beim wöchentlichen Aktzeichnen fest, die Einzigartigkeit der menschlichen Haut mit ihren Tönungen und Lichtreflexen beschäftigt ihn bei seiner Aktmalerei, die während stundenlanger Sitzungen im Atelier entsteht. Eine Besonderheit in der Ausstellung bildet eine kleine Auswahl von Arbeiten aus einem großen Werkkomplex, der zu Michel Houellebecqs Roman Elementarteilchen entstanden ist. Mit den in der Ausstellung erstmals in dieser Form gezeigten Radierungen, Gemälden und Tonreliefs schließt sich der Kreis: Zunächst einmal steht wiederum eine sozialkritische Thematik im Mittelpunkt. Darüber hinaus spiegelt die Werkgruppe die Gratwanderung zwischen direkter Anschauung und Fotorealismus wider, ein Balanceakt, der sich durch Georg C. Wirnharters Schaffen der letzten Jahrzehnte zieht.
Veranstaltungsort:
Schwäbische Galerie
Museum Oberschönenfeld
Oberschönenfeld 4
86459 Gessertshausen
Vom Verschwinden und Verlieren
Der Landkreis zu Gast in der Schwäbischen Galerie | 22. Mai bis 13. Juli 2014
Christian Beckmann | Andrea Groß | Brigitte Heintze | Friedericke Klotz | Beatrice Schmucker | Sepp Strubel
Gemeinschaftsausstellung von sechs Kunstschaffende aus Stadtbergen, die sich bereits seit 2003 immer wieder mit bestimmten gemeinsamen Inhalten auseinander setzen. Im Rahmen dieser großen Ausstellung präsentierten sie neue Arbeiten zum Thema „Vom Verschwinden und Verlieren“. Mit unterschiedlichsten künstlerischen Stilmitteln und Techniken bezogen sie Position: Dabei reicht die Bandbreite von verschwundenen Alltagsgegenständen, über die in den Hintergrund getretene Handschrift bis hin zum Verschwinden der Freundschaft. Auch Kontrollverlust und sich wandelnde Lebensformen waren Themen der Ausstellung.
Veranstaltungsort:
Schwäbische Galerie
Museum Oberschönenfeld
Oberschönenfeld 4
86459 Gessertshausen